Kleinere Flächen für Windkraft

So hätte in Zukunft der Ausblick in Oberrarbach aussehen können. Was sich durch die neuen Pläne ändert, ist noch nicht klar.
So hätte in Zukunft der Ausblick in Oberrarbach aussehen können. Was sich durch die neuen Pläne ändert, ist noch nicht klar.
Foto: Stadt Schmallenberg
Laut Artenschutzprüfung nisten Schwarzstorch und Rotmilan in der Nähe der beiden vorgesehenen Flächen in Schmallenberg.

Schmallenberg..  Die beiden geplanten Flächen zur Windenergienutzung müssen wohl kleiner ausfallen als zunächst angedacht – die Artenschutzprüfung hat ergeben, dass in der Nähe beider Zonen sowohl Rotmilane als auch Schwarzstörche leben. Auf beide schützenswerten Arten könnten Windkraftanlagen Einfluss nehmen.

Die genauen Daten hat Gutachter Bertram Mestermann im Technischen Ausschuss vorgestellt. Der Landschaftsplaner und sein Team haben die Gegend rund um die beiden Flächen im Auftrag der Stadt an mehreren Zeitpunkten untersucht und auch bereits vorhandene Datensätze ausgewertet.

Das Ergebnis für Bracht-Knüppelhagen: Im nördlichen Bereich brüten dort sowohl Schwarzstorch als auch Rotmilan. „Die Horste liegen alle außerhalb der Sonderbaufläche – einige liegen aber im 1000-Meter-Radius“, erklärte Mestermann.

Auch Fledermäuse unter Schutz

Am Habichtsscheid ist die Situation anders: „Dort gibt es auch Horste direkt in der Sonderbaufläche.“ Nach der Kartierung der Horste haben die Gutachter die Tiere beobachtet und ihre typischen Flugbahnen zwischen Horst und Nahrungsquellen erfasst. Diese Daten wiederum haben sie mit Experten der Unteren Landschaftsbehörde besprochen.

Auf einem kleinen Teil der Flächen scheint eine Windenergienutzung in jedem Fall ausgeschlossen zu sein – sie würde die Tiere zu sehr beeinflussen. Der Rest der Flächen müsste vor einem entsprechenden Bauvorhaben noch einmal genau untersucht werden – hinsichtlich der Vogelarten, aber zum Beispiel auch hinsichtlich des Schutzes von Fledermäusen.

Doch dieser Schritt steht in Schmallenberg noch längst nicht an. Bis tatsächlich Schwertransporte mit Teilen für Windräder anrücken dürften, müssen noch zahlreiche rechtliche und bürokratische Hürden genommen werden. Bisher geht es in der gesamten Diskussion erst einmal nur darum, welche Flächen in den Plänen der Stadt zur Windenergienutzung ausgewiesen werden sollen. „Baurechte werden durch die Flächen nicht geschaffen“, stellte Bauleitplaner Heiner Beste klar.

Konflikt mit Kurgebiet

Während die Mitglieder des Bezirksausschusses Bödefeld gegen die Änderung des Flächennutzungsplans stimmten, sprachen sich die Mitglieder im Technischen Ausschuss und in der Stadtvertretung mehrheitlich dafür aus, die geplanten Flächen entsprechend des Artenschutzgutachtens zu verkleinern. Die Fläche „Bracht-Knüppelhagen“ soll außerdem im Süden beschnitten werden, weil sie ansonsten der geplanten Erweiterung des Kurgebiets Bad Fredeburg im Wege stehen könnte.

In einem der nächsten Schritte muss die Öffentlichkeit, also Bürger und Fachausschüsse, noch einmal beteiligt werden.

 
 

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