Klein anfangen mit dem Bürgertreff

Jürgen Kortmann
Diese Gruppe kümmert sich um die Vorbereitungen für die Gründung eines „Bürgertreffs“ in Meschede.
Diese Gruppe kümmert sich um die Vorbereitungen für die Gründung eines „Bürgertreffs“ in Meschede.
Foto: WP
Meschede soll einen „Bürgertreff“ bekommen, der sich um alle Fragen rund ums Ehrenamt kümmern würde. Dafür soll sich ein gemeinnütziger Trägerverein gründen. Offen ist die Frage, ob sofort ein hauptamtlicher Koordinator eingestellt wird. Standort könnte das Begegnungszentrum an der Kolpingstraße werden.

Meschede.  Das sind alles keine Profis. Es sind alles Bürger, die von unten einen „Bürgertreff“ für Meschede aufbauen wollen. Deshalb dauert es auch seine Zeit, bis Vorgehensweisen und Verfahrensfragen geklärt und aufeinander abgestimmt sind. Nächste Woche soll nun feststehen, wie ein Ehrenamtszentrum aussehen könnte. Sicher ist: Dafür muss sich ein gemeinnütziger Trägerverein gründen.

Wiebelhaus könnte Standort werden

An einem großen Runden Tisch, einer Info-Veranstaltung der entsprechenden Projektwerkstatt aus den „Stadtgesprächen“, kamen wieder 40 Mescheder zusammen, die einen „Bürgertreff“ forcieren wollen. Als Standort dafür kristallisiert sich das Begegnungszentrum Wiebelhaus an der Kolpingstraße heraus. Die Stadt würde dort Räume umsonst zur Verfügung stellen; das Rockcafé, die Frauenberatungsstelle und der Kinderhort wären hier Nachbarn. Direkter Konkurrent in der Standortfrage ist das Evangelische Gemeindehaus an der Schützenstraße, ins Spiel gebracht wurden auch die Stadthalle sowie das Stiftscenter. An diesen drei Orten müsste aber Miete gezahlt werden.

Trägerverein muss her

Kommunalpolitiker Josef Sommer sagte in der Diskussion: „Bill Gates hat auch mal in einer Garage angefangen.“ Diese Haltung kam öfter am Runden Tisch zum Ausdruck: Vielleicht doch erst einmal klein anzufangen. Dazu wird ein Trägerverein benötigt, damit es einen formellen Ansprechpartner gegenüber anderen Institutionen gibt.

Noch strittig ist, wer die Ehrenamts-Koordination übernimmt. „Wir fangen nur an, wenn wir mit einem hauptamtlichen Ehrenamts-Koordinator beginnen“, sagte Christian Sauerwald, der sich im Vorfeld mit Fritz Hemme um Organisationsfragen gekümmert hatte. Sauerwald bezifferte den Jahresbedarf für einen Bürgertreff auf 40 000 Euro, finanziert durch Stadt, die Vereinsmitglieder und Spenden. Aber auch hier deutete sich in der Diskussion an: Doch besser zunächst klein anfangen? Könnte der Bürgertreff nicht zunächst mit einem ehrenamtlichen Ehrenamtskoordinator starten? Dann könnte später bei Erfolg, Zuspruch und Nachfrage immer noch ein hauptamtlicher Ehrenamtskoordinator eingestellt werden. Der Bürgertreff soll auch ein „Haus der Vereine“ sein: Aber noch steht nicht fest, wie viele Vereine überhaupt ein Interesse daran haben.

Am Grundsatz aber halten alle Beteiligten fest: „Wir sind zutiefst davon überzeugt: Wir brauchen einen Bürgertreff“, meinte Manfred Breider, Vorsitzender des Seniorenbeirates. Aus diesem Bürgertreff sollen Anstöße für neue Ideen rund ums Ehrenamt kommen. Christina Sondermann aus der jüngeren Generation unterstrich: „Wir brauchen alternative Netzwerke, die die traditionellen Familienstrukturen ergänzen, damit alle aufgefangen und unterstützt werden.“ Es fehle in Meschede eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund ums Ehrenamt.