Kindertransport per Lastenfahrrad in Meschede

Ute Tolksdorf
Tagesmutter Gabi Stöppel Gördes transportiert ihre Kinder in einem speziellen Lastenfahrrad. Das sorgt überall für Aufsehen.
Tagesmutter Gabi Stöppel Gördes transportiert ihre Kinder in einem speziellen Lastenfahrrad. Das sorgt überall für Aufsehen.
Foto: WP
  • Mescheder Tagesmutter sorgt mit ihrem „Babboe Curve Mountain“ für Aufsehen
  • Das Auto bleibt in der Garage und die Kinder lieben es
  • Investition von 3500 hat sich gelohnt

Meschede.  Entdeckt hatte die Meschederin das Gefährt im Dezember 2015 in einem Fernsehbericht und sich gleich schlau gemacht. „Mir war klar, das muss ich für meine Kinder haben! Die Fahrerei mit dem Auto hat uns alle genervt.“ Jetzt kann sie bis zu vier Kleinkinder in dem Rad-Anbau transportieren, das fünfte sitzt im Kindersitz. Für Regen gibt es sogar ein Dach und die große Kiste eignet sich auch als Transport-Box für den Familieneinkauf.

Das Fahrrad ist ein so genanntes „Babboe Curve Mountain“. Es wurde in der Schweiz entwickelt, ist dadurch absolut „bergtauglich“, natürlich TÜV-abgenommen und für den Kinder-Transport zugelassen. Dabei handelt es sich um ein ganz normales Standard-Pedelec mit Gangschaltung in der Mountain-Version. Der Motor sitzt in der Mitte und hilft unterstützend, der Akku liegt in der Bank. Gabi Stöppel-Gördes hat vorsichtshalber zwei davon. „40 Kilometer schafft er etwa“, sagt sie und ergänzt schmunzelnd: „Das hängt natürlich davon ab, wie viel man selbst trampeln möchte.“

Spaß für die Kleinen

Die Tagesmutter nutzt das Rad vor allem für den Kindertransport: „Wir alle lieben es“, sagt sie mit Blick auf ihre kleinen Fahrgäste. „Wir können uns unterwegs unterhalten, bei der Abfahrt wird gejuchzt, jeder Hubbel und jedes Kopfsteinpflaster kommentiert.“ Die Meschederin wohnt am Hübbelsberg - ein Anstieg, der normalen Radfahrern schon einiges abverlangt - mit fünf Kindern zusätzlich auf dem Rad oder im Anhänger normalerweise nicht zu schaffen. So aber schon.

„Das erweitert meinen Radius ungemein“, sagt sie. „Es bietet mir Freiraum. Ich bin mit den Kleinen deutlich schneller als zu Fuß und kann im Umkreis von zehn Kilometern auf das Auto verzichten.“ Mit dem Rad fährt sie mit den Fünf „mal eben“ Kotthoffs Ziegen angucken oder zum Hennesee-Schiff.

Parkplatzsuche ist kein Thema

Selbst ihren eigenen zwölfjährigen Sohn hat sie bei „akuter Schwäche“ schon mal im Lastenrad zum Fußballtraining nach Remblinghausen kutschiert, erzählt sie und lacht. Parkplatzsuche ist kein Thema - mit dem Rad fährt sie in der Mescheder Fußgängerzone bis vor die Geschäfte. „Das Rad spart Energie, ich bin umweltbewusst unterwegs und bleibe fit“, sagt sie. „Ich bin ganz glücklich mit dem Ding.“

Auch von den Meschedern bekommt sie bisher ausschließlich positive Rückmeldungen. „Die Leute staunen alle. Aber es hat bisher noch nie einer gesagt: Ach, die armen Kinder!“

Das „Babboe Curve Mountain“ ist ein Lastenrad. Es kostet rund 3500 Euro. Hinzu kommt das Zubehör, wie Regendach und Packtaschen.

Gekauft hat Gabi Stöppel-Gördes das Rad bei einem Fachhändler. Sie empfiehlt jedem, der damit liebäugelt, sich so ein Gefährt anzuschaffen, es nicht im Internet, sondern bei einem Fachhändler zu kaufen und die Handhabung vorher auch mal auszuprobieren.

Wer das Rad mal Probe fahren möchte, kann sich gern bei ihr unter 9085797 melden.