KFZ-Prüfstelle sorgt für Schock bei Oldtimer-Prüfung

Der Mescheder Berthold Teutenberg ist stolz auf sein Manta A-GT-E Sportcoupé.
Der Mescheder Berthold Teutenberg ist stolz auf sein Manta A-GT-E Sportcoupé.
Foto: WP
Er wollte nur seinen Wagen zur Untersuchung vorführen - am Ende musste er einen Schaden reparieren. Berthold Teutenberg ist verärgert.

Meschede.. „Oldtimer bedürfen besonderer Pflege und Zuwendung – denn jeder Fahrzeugklassiker ist für sich etwas ganz Besonderes. Oldtimer-Freunde können sich dabei auf den Dekra-Service verlassen.“ Auf ihrer Internet-Seite preist der Dekra, der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein, seinen großen Sachverstand und sein Leistungsspektrum. Das würde Berthold Teutenberg so nicht unterschreiben.

Der Mescheder fährt einen 39 Jahre alten Manta A-GT-E, Sportcoupé. Das Fahrzeug ist sein ganzer Stolz. Er hegt und pflegt das „Schätzchen“, das mittlerweile fast 470 000 Kilometer auf dem Buckel hat. „Da rappelt nichts und da ist nichts durchgerostet“, sagt er stolz. Und dabei habe der Wagen eine Werkstatt seit 1981 nicht mehr gesehen.

Wagen abgewürgt

Jetzt fuhr er mit seinem Oldtimer zur Kfz-Prüfstelle des Dekra in Enste. „Als ich meinen Wagen in die Prüfhalle hineinfahren wollte, sagte der Prüfer, er werde das übernehmen.“ Dreimal habe der junge Mann das Fahrzeug auf dem Weg dorthin abgewürgt. Der Kfz-Sachverständige habe augenscheinlich kein Verständnis für das alte Fahrzeug und seinen Wert gehabt, ärgert sich der Mescheder.

„Obwohl alle Schalter für alle Funktionen gut sichtbar waren, suchte er alle möglichen Stellen ab, um die Funktionen zu überprüfen.“ Später auf dem Bremsenprüfstand habe er den Rückwärtsgang mit so einem Knall „reingehauen“, dass Teutenberg „der Schreck in die Glieder fuhr“ – und das Getriebe beschädigt wurde. Einen Schaden, den der Liebhaber anschließend wieder selbst reparierte, denn anderen traut er das nicht zu.

Teutenberg wünscht sich nun, dass die Kfz-Prüfstelle, wenn sie Oldtimer bestellt, sie dabei mit den Besitzern besser zusammenarbeitet. „Wenn ich den Wagen vorgefahren hätte, wäre das nicht passiert“, ist er überzeugt, zumal er den Wagen vorher auch selbst vorbereitet hatte. Letztlich ging der Wagen ohne Mängel durch die technische Überprüfung: „Optischer und technischer Zustand einwandfrei“, sagt Teutenberg. „Das Fahrzeug ist eine Legende.“

Bei der Dekra hätte man sich gewünscht, wenn sich Teutenberg unmittelbar gemeldet hätte und gesagt hätte, „ich fand das komisch“, betont Niederlassungsleiter Edgar Rudat. „Emotional“ habe der Mann sicherlich recht: „Unser Prüfer muss ein Gespür für ein Auto haben.“

Keine Unterschiede

Es gebe bei der Hauptuntersuchung keine Unterscheidung zwischen Oldtimern und „normalen“ Autos: „Es gelten die gleichen Richtlinien“, sagt Rudat. Und die sehen ausdrücklich vor, dass ein Prüf-Ingenieur verpflichtet sei, das zu prüfende Auto selbst zu fahren und selber die Bremsenprüfung durchzuführen. Der Halter dürfe das nicht – eben auch nicht bei einem alten Schätzchen.

EURE FAVORITEN