Keine Reform der Straßennamen

Die Bahnhofstraße in Schmallenberg gibt es noch dreimal (in Schmallenberg, Bad Fredeburg und Fleckenberg) - früher waren es sogar fünf. Die in Gleidorf (siehe Foto) wurde 2012 umbeannnt, die in Dorlar sogar schon 2006.
Die Bahnhofstraße in Schmallenberg gibt es noch dreimal (in Schmallenberg, Bad Fredeburg und Fleckenberg) - früher waren es sogar fünf. Die in Gleidorf (siehe Foto) wurde 2012 umbeannnt, die in Dorlar sogar schon 2006.
Foto: WP

Schmallenberg..  Die Diskussion um mehrfach vorkommende Straßennamen im Stadtgebiet scheint vorerst beendet. In der Sitzung der Stadtvertretung ist jetzt ein Ratsbeschluss gefallen. Straßen sollen nur dann umbenannt werden, wenn dieser Wunsch aus der Bevölkerung selbst kommt – also verläuft das Verfahren so wie bisher. Eine ganzheitliche Reform der Straßennamen ist damit vom Tisch.

Anstatt Straßen nach und nach umzubenennen und Straßenkarten immer wieder abzuändern, hält die UWG es für sinnvoll, das Thema im Ganzen anzugehen – natürlich nur mit dem Einverständnis der Bürger. Das hatte die Fraktion in ihrem Antrag deutlich gemacht.

Um den Rettungswagen oder die Feuerwehr geht es der UWG gar nicht. Die Technik in den Fahrzeugen sorge zum Glück dafür, dass im Notfall jedes Haus gefunden werde. Aber es gebe doch immer noch genügend Verwicklungen im alltäglichen Leben: Paketzusteller, Urlauber, Besucher – die alle immer mal wieder in die Irre geführt werden. „Navis kommen damit nicht zurecht“, so Günter Schütte (UWG). Es bestehe dringend Handlungsbedarf.

Emotionales Thema

„Das geht aber nicht, indem wir Druck auf die Bürger ausüben“, entgegnete Hubert Pröpper (CDU). „Wir müssen den Bürgern immer wieder gut zureden.“ Über die Bezirksausschüsse, die Ortsvorsteher, die Ratsmitglieder etc. solle das Thema weiter publik gemacht werden. Wer eine Namensänderung für seine Straße wünscht, könne sich jederzeit an die Stadtverwaltung wenden.

„Im Moment besteht kein Handlungszwang, flächendeckend vorzugehen“, stimmte auch Wilfried Welfens (SPD) in die Diskussion ein. „Straßennamen sind ein emotionales Thema“, fügte Jens Winkelmann (CDU) noch hinzu.

Das Thema war auf Antrag der UWG erneut auf die Tagesordnung des Stadtrates gesetzt worden. Bereits im Januar 2010 hatte die UWG-Ratsfraktion einen Antrag dazu gestellt. Ihren Unmut darüber, dass dieser immer noch nicht abgearbeitet sei, hatte die UWG dann im März diesen Jahres in einem Brief an den Bürgermeister zum Ausdruck gebracht. Daraufhin hatte Bürgermeister Bernhard Halbe erklärt, dass er das Thema nach der politischen Diskussion in 2010 für erledigt angesehen habe.

„Auch für uns war der Antrag abgearbeitet“, machte Ludwig Poggel (CDU) in der Ratssitzung deutlich.

Dietmar Weber (UWG): „Der Antrag hatte zwei Teile – mehrfach vorkommende Straßennamen und Orte ohne Straßennamen“ – nur letzterer sei abgeschlossen gewesen.

Niederberndorf und Winkhausen

Im März 2010 hatte der Rat den Antrag der UWG in den Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Soziales verwiesen. Dieser hatte dann im Juni 2010 den Beschluss gefasst, als ersten Schritt auf die Orte zuzugehen, die noch keine Straßennamen haben, und die Bereitschaft dort abzufragen. Daraufhin hatten Niederberndorf und Winkhausen den Wunsch geäußert, Straßennamen einzuführen.

Außerdem ist die Bahnhofstraße in Gleidorf auf Wunsch der Anwohner im vergangenen Jahr in Kornhausstraße umbenannt worden. Dabei war es dann aber auch geblieben.

Hintergrund:

- Mit der kommunalen Neugliederung 1975 sind die Straßen, die es dann wegen der vormals unterschiedlichen Gemeinden mehrfach gab, nicht umbenannt worden.

- Die Gartenstraße gibt es z.B. viermal: in Schmallenberg, Bad Fredeburg, Gleidorf und Dorlar.

- Die Hauptstraße gibt es sogar fünfmal: in Bracht, Dorlar, Fleckenberg, Felbecke und Gleidorf.

- Schützenstraße: in Bad Fredeburg, Holthausen, Oberkirchen und Westfeld.

- Lennestraße: in Fleckenberg, Lenne, Oberkirchen, Westfeld.

 
 

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