Kein Käufer gefunden

Dieses Gebäude sollte versteigert werden - es ist eines der ältesten in der Innenstadt von Meschede.
Dieses Gebäude sollte versteigert werden - es ist eines der ältesten in der Innenstadt von Meschede.
Foto: WP
Für eines der ältesten Gebäude in Meschede ist bei einer Zwangsversteigerung kein neuer Käufer gefunden worden. Im Frühjahr ist ein neuer Versuch.

Meschede.  Trotz seiner prominenten Lage mit 241 Quadratmetern direkt neben dem alten Postgebäude und gegenüber der St.-Walburga-Kirche sowie eines günstigen Preises: Das Fachwerkgebäude am Stiftsplatz, eines der ältesten in der Stadt, wird weiter leer stehen. Bei einer Zwangsversteigerung am Mescheder Amtsgericht fand sich kein Käufer dafür.

Voraussichtlich im nächsten Frühjahr wird es einen erneuten Versteigerungstermin geben. Für das Grundstück mitsamt dem Wohn- und Geschäftshaus war ein Marktwert von nur 50 300 Euro ermittelt worden – eigentlich viel zu niedrig für diese Lage, meinte der Bevollmächtigte einer Bausparkasse als Hauptgläubiger in dem Versteigerungsverfahren. Belastet ist das Grundstück mit Schulden in fünfstelliger Höhe, die Mescheder Stadtkasse fordert noch 1878 Euro an ausstehenden Grundsteuern ein.

Nur zwei Gebote

Die Bausparkasse wollte zumindest diese 50 000 Euro erzielen. Tatsächlich geboten wurden aber nur 25 000 Euro von einem Mescheder sowie 40 000 Euro von der Grundstücks-Verwertungsgesellschaft eben jener Bausparkasse – beiden Angeboten wurde der Zuschlag verweigert, mehr Interessenten gab es nicht.

Erben gesucht

Um das Jahr 1860 soll das Fachwerkhaus entstanden sein. Seit 1998 steht es unter Denkmalschutz, auch wenn 2004 Kunststofffenster eingebaut wurden. Der Denkmalschutz könnte potenzielle Käufer abschrecken – offen ist zum Beispiel, ob ein denkbarer Ausbau des Dachgeschosses überhaupt genehmigt würde. Hinzu kommt ein schlechter Bauzustand mit Feuchtigkeitsschäden und undichtem Dach. In welchem Zustand sich das Holzfachwerk befindet, ist offen. Der Sachverständige spricht von einem „erheblichen Unterhaltungsstau und allgemeinen Renovierungsbedarf“. Weder das 50 Quadratmeter große Ladenlokal noch die veraltete Wohnung im Obergeschoss sind derzeit vermietet.

Das Gebäude war im Februar beschlagnahmt worden und steht unter Zwangsverwaltung. Nach dem Tod des ursprünglichen Eigentümers sind die aktuellen Eigentümer unbekannt: Ein Nachlasspfleger versucht, Erben ausfindig zu machen.

 
 

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