Kein Ansturm aufs Mescheder Krankenhaus

Foto: Clemens Bilan/ddp
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Foto: ddp/Clemens Bilan

Meschede. Nach der Notdienstreform ist ein Ansturm auf das St.-Walburga-Krankenhaus bisher ausgeblieben. Lediglich sechs Prozent mehr Patienten seien an den Wochenenden verzeichnet worden, sagte Pressesprecherin Sonja Treß.

Allerdings handele es sich dabei um erste Berechnungen anhand der Zahlen aus dem Februar.

Kritiker der Notdienstreform waren davon ausgegangen, dass das St.-Walburga-Krankenhaus einen spürbaren Zulauf an Patienten erhalten wird. Grund: Seit Februar wird der Notdienst der Hausärzte mittwochs und an den Wochenenden nicht mehr in den Praxen vor Ort angeboten.

Stattdessen müssen die Patienten zu Notfallpraxen fahren. In Meschede wurde - trotz erheblicher Proteste - keine Anlaufstelle eingerichtet. Die nächsten Notfallpraxen befinden sich u.a. in Sundern, Arnsberg, Warstein, Bad Fredeburg, Brilon und Winterberg.

Die Kassenärztliche Vereinigung hatte die Notdienstreform in Nordrhein-Westfalen umgesetzt, um nach eigenen Angaben die Hausärzte zu entlasten. Landesweit ist ein Netz von 67 Notfallpraxen entstanden. Zusätzlich besteht ein Fahrdienst, der einen Arzt zu Hausbesuchen in die jeweiligen Gebiete bringt.

„Zahlen beobachten“

„Ob die ersten Zahlen bereits einen Trend widerspiegeln, kann man noch nicht sagen. Ein Monat allein betrachtet ist noch nicht sehr aussagekräftig“, erklärte Treß. „Wir werden die Zahlen jedenfalls Monat für Monat beobachten und auswerten.“ Kritiker der Reform hatten zum Teil aktiv dazu aufgerufen, das St.-Walburga-Krankenhaus aufzusuchen und sich nicht auf den Weg in die nächste Notfallpraxis zu machen.

Das St.-Walburga-Krankenhaus will zudem spätestens ein Jahr nach der Reform einen neuen Vorstoß bei der Kassenärztlichen Vereinigung unternehmen, um nachträglich doch noch eine Notfallpraxis zu erhalten. „Diesen Schritt“, kündigte Sonja Treß an, „werden wir auf jeden Fall gehen.“

Sie unterstrich auch noch einmal die Möglichkeit, sich ambulant im St.-Walburga-Krankenhaus behandeln zu lassen: „Jeder, der sich krank fühlt, wird natürlich bei uns behandelt.“

 
 

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