Junger Mann raubt Frauen ihre Handtaschen

Mehreren älteren Damen soll der heute 19-Jährige die Taschen geraubt haben – am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Arnsberg hat er diese Taten bereits eingeräumt.
Mehreren älteren Damen soll der heute 19-Jährige die Taschen geraubt haben – am ersten Prozesstag vor dem Landgericht Arnsberg hat er diese Taten bereits eingeräumt.
Foto: WAZ
Der Prozess gegen den 19-Jährigen findet am Landgericht statt. Den Vorwurf der Körperverletzung in der Schmallenberger Lennewerkstatt weist der Angeklagte zurück.

Schmallenberg/Warstein/Arnsberg.  Vier Diebstähle, zwei Raubdelikte und eine Körperverletzung – die Liste an Vorwürfen gegen den 19-Jährigen ist lang. Er muss sich seit gestern vor dem Landgericht Arnsberg verantworten. Am ersten Prozesstag sind mehrere Zeugen vernommen worden – es geht um Taten in Warstein und Schmallenberg im vergangenen Jahr.

Im März soll der junge Mann in Warstein unterwegs gewesen sein und an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen Handtaschen geklaut haben. „Er soll sie von älteren Damen entwendet haben“, sagt Dr. Johannes Kamp, Richter und stellvertretender Pressesprecher am Landgericht Arnsberg. Damals galt der Angeklagte noch als Heranwachsender, deshalb wird der Prozess vor der Jugendkammer geführt. Angesetzt sind zunächst drei Verhandlungstermine.

Die Diebstähle und Raubdelikte in Warstein habe der 19-Jährige „nicht bestritten“, so Kamp. Im Rahmen seiner Erinnerungsfähigkeit habe er auch Aussagen zu den Taten gemacht, allerdings seien genau diese Erinnerungen eingeschränkt: „Er hatte in erheblichem Maße Drogen konsumiert.“

In geschlossener Psychiatrie

Eine Tat jedoch bestreitet der Angeklagte: eine Körperverletzung in Schmallenberg im Mai des vergangenen Jahres. Damals wohnte der junge Mann in einer Einrichtung des Sozialwerks St. Georg und arbeitete in der Lennewerkstatt. Dort soll er mit einem Kollegen aneinandergeraten sein und ihn verletzt haben. Details zum Tatvorwurf will Kamp nicht preisgeben – einerseits weil noch kein Urteil gefallen ist, andererseits weil noch eine weitere wichtige Entscheidung ansteht: „Es muss geklärt werden, ob und in wie weit er für die Taten verantwortlich gemacht werden kann.“ Momentan ist der 19-Jährige vorläufig in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht.

Das Gericht muss nicht nur her-ausfinden, ob er die Taten tatsächlich begangen hat, sondern auch bestimmen, ob der Angeklagte weiter psychiatrisch betreut werden muss. Der nächste Verhandlungstermin ist am kommenden Montag, 1. Februar.

 
 

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