„In unseren Köpfen lebt er weiter“

Eslohe..  Ohne Eberhard Koenig wäre in Eslohe heute vieles anders. Sein Vermögen hinterließ der wohlhabende Fabrikant einer Stiftung, die noch heute gemeinnützige Zwecke in der Gemeinde fördert.

Montag, an seinem 30. Todestag, erinnerten ehemalige und aktuelle Mitglieder des Stiftungskuratoriums an den Unternehmer.

Nein, ein einfacher Mann sei er sicherlich nicht gewesen, dieser Eberhard Koenig. Da sind sich die Gäste der Feierstunde einig, die den Esloher Kettenfabrikanten noch persönlich kennen gelernt hatten. Ein beeindruckender, belesener, erfolgreicher Geschäftsmann sei er gewesen, aber eben auch ein Eigenbrötler, der allein lebte und keine Kinder hatte. „Mensch, sei helle, bleib Junggeselle“, sei einer von Koenigs Sprüchen gewesen, sagte gestern Bürgermeister Stephan Kersting, gleichzeitig Vorsitzender des Stiftungskuratoriums. Dass der Unternehmer keine Familie gründete, sondern seine gesamte Energie in die Fabrik und das Sammeln alter Maschinen steckte, das ist - so sehen es viele - für Eslohe noch heute ein Glücksfall.

Schon früh habe der ledige Millionär sich Gedanken darüber gemacht, was später mit seinem Geld passieren solle, berichtet Kersting in seiner Ansprache. Von der Verwandtschaft habe der Fabrikant offenbar nicht allzu viel gehalten, die Gründung einer Stiftung habe er bereits in einer testamentarischen Verfügung von 1956 angedacht - 25 Jahre vor seinem Tod.

Sieben Millionen D-Mark: Das war das Startkapital der Koe­nigschen Stiftung. Heute beträgt es rund fünf Millionen Euro, Zuwendungen in Höhe von 3,5 Millionen Euro hat die Stiftung seit ihrer Gründung bereits bewilligt.

Wofür sein Vermögen ausgegeben werden darf, davon hatte Eberhard Koenig genaue Vorstellungen: „Er hat seinen Willen stringent festgehalten und wir müssen uns bemühen, dem mit unseren Entscheidungen zu folgen“, so Kersting gestern. Seine Heimat solle profitieren, die Gemeinde solle Nutznießerin der Stiftung sein, das habe dem Unternehmer am Herzen gelegen. Seit 1960 hatte Koenig in einem Bungalow auf dem Esloher Werksgelände gelebt.

Eine Million Euro investierte die Stiftung in den Umbau des Maschinen- und Heimatmuseums. Viele der hier zu besichtigenden Industriedenkmäler stammen aus Koenigs Privatsammlung. Ohne sein Vermögen gebe es heute vermutlich auch kein Esselbad. Für 250 000 Euro konnte es aufwendig renoviert werden. Auch das Seniorenheim ist mit Stiftungsmitteln gebaut.

Eberhard Koenig, sagte Kersting feierlich, sei zwar vor 30 Jahren verstorben. Durch die Stiftung, die seinen Namen trägt, lebe er aber noch heute in den Köpfen der Esloher weiter.

 
 

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