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In Meschede fehlen Plätze für Deutsch-Kurse

Veranstaltung zum Thema Asyl im Kirchenzentrum: mit den Asylbewerbern Filip Ristic und Abbas Daeichen, der Grünen-Landespolitikerin Moniker Düker, Pastor Reinhold Schlappa, Marius Meyer, Einrichtungsleiter Haus Dortmund, Nicole Ackermann, Stellv. Leiterin des Fachbereichs Soziales und Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit von der Stadt und Moderatorin Mechthild Thoridt.
Foto: WP
Im Kirchenzentrum hat jetzt eine Informations-Veranstaltung zum Thema Flüchtlinge stattgefunden.
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Meschede..  Die Zusammenarbeit klappt: Stadt, Diakonie-Flüchtlingsberatung, Malteser, Haupt- und Ehrenamtliche kennen und schätzen sich - das war der Tenor bei der Veranstaltung „Flüchtlinge, eine Herausforderung oder eine Chance?“ im Kirchenzentrum. Davon hatte sich auch Monika Düker, Grünen-Landespolitikerin und Sprecherin für Flüchtlingspolitik, überzeugt.

Sie hatte die Einrichtungen vor der Veranstaltung in Berge und „Haus Dortmund“ besucht und nannte sie „hervorragend organisiert“. Allgemein bedauert wurde, dass Einrichtungsleiter Marius Meyer schon wieder geht. Er übernimmt eine größere Einrichtung in der Nähe von Paderborn mit 700 Flüchtlingen. Eine Nachfolgerin soll Anfang November kommen.

Podium

50 Gäste waren der Einladung der Mescheder Grünen gefolgt. Auf dem Podium saßen neben Düker die Asylbewerber Filip Ristic (Serbien) und Abbas Daeichen (Iran), Pastor Reinhold Schlappa, Marius Meyer, Nicole Ackermann, Stellv. Leiterin des Fachbereichs Soziales und Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit bei der Stadt, sowie Moderatorin Mechthild Thoridt.

Die Situation im Bund

Die Landespolitikerin Monika Düker sieht die Herausforderungen für die Kommunen und sagte: „Wir befinden uns im Krisenmanagement.“ Als „Durchbruch“ bezeichnete sie die Entscheidung in Berlin den Kommunen ab 2016 eine Kostenpauschal für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen, die Asylverfahren zu beschleunigen, Deutsch-Kurse auch schon für Asylbewerber im Verfahren zu bezahlen und die Hürden für die legale Einwanderung nach deutschen Lohnstandards zu senken. „Einwanderung ist jetzt auch vom Westbalkan dort möglich, wo die Menschen gebraucht werden, beispielsweise in der Pflege und in der Gastronomie.“

Probleme in Meschede

Neben Bundes- und Landespolitik kamen auch ganz konkrete Probleme aus Meschede auf den Tisch: So berichtete der Iraner Abbas Daeichen davon, dass er in Meschede keine Platz in einem VHS-Deutschkurs bekommen habe. „Mit dem Fahrrad“, so ergänzte Mechthild Thoridt, fahre er daher bis nach Bigge. Mittlerweile hat er den Kurs B1 bestanden und besucht nun B2 - immer noch in Bigge.

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Helfer gesucht

Nicole Ackermann koordiniert die Arbeit der haupt- und ehrenamtlichen Helfer bei der Stadt: „Sie sagt, die Zusammenarbeit klappt. Aber es gibt viel Halbwissen und Fehlinformationen.“ Dagegen plant sie eine Schulung.

Helfer kann die Stadt weiterhin gebrauchen. „Wir erhalten bis Mitte nächster Woche weitere Zuweisungen.“ Mit bis zu 210 Asylbewerbern rechnet sie. „Da können wir Bürger gebrauchen, die Einzelpersonen und Familien betreuen.“ Am liebsten ohne Ansicht des sozialen Status. „Akademiker finden leichter Betreuer.“ Daneben könne die Arbeitsberatung für anerkannte Asylbewerber, dort wird ehrenamtlich eine wöchentliche Sprechstunde organisiert, weitere Unterstützung gebrauchen.

Konkrete Fälle

Auch konkrete Fälle wurden vorgestellt. So berichtete Filip Ristic, Roma und Serbe, in perfektem Deutsch, von seiner Familie, die nach einer Ausweisung vor sieben Jahren nun zum zweiten Mal einen Asylantrag gestellt hat. Sein Vater hat bereits Arbeit, der junge Mann macht nach einem Praktikum nun eine Ausbildung zum Pfleger im St.-Walburga-Krankenhaus. „In Serbien wäre das nicht möglich gewesen“, sagt er, „da bekommen wir als Roma keine Arbeit.“

Und auch Pastor Schlappa, berichtete von dem albanischen Flüchtlingspaar, das er vor einem Jahr aufgenommen hatte: „Die Familie ist jetzt zu dritt und steht finanziell auf eigenen Füßen.“ Sobald die Eltern eine Wohnung gefunden haben, will er seine Räume für weitere Flüchtlinge zur Verfügung stellen.

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