Imker und Bauern möchten Zusammenarbeit verstärken

In Ebbinghof wurde die bundesweite Aktion "Biene sucht Bauer" vorgestellt: v.l. Auszubildende zur Landwirtin Vallerie Hohnstein, Imker Jürgen Meyer, Michael Hellermann vom Junglandwirteforum des WLV, und Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen verbandes Hochsauerland. Foto: Laura Mock
In Ebbinghof wurde die bundesweite Aktion "Biene sucht Bauer" vorgestellt: v.l. Auszubildende zur Landwirtin Vallerie Hohnstein, Imker Jürgen Meyer, Michael Hellermann vom Junglandwirteforum des WLV, und Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen verbandes Hochsauerland. Foto: Laura Mock
Foto: WP

Ebbinghof. „Der Bauer braucht die Biene als Partner“, machte Josef Peitz, selbst Landwirt, gestern deutlich. Dass die Zusammenarbeit zwischen Imkern und Landwirten Vorteile auf beiden Seiten bringt, soll mit einer Initiative der heimischen Landwirte unter dem Motto „Bienen suchen ein Zuhause - am besten auf dem Bauernhof“ neu ins Blickfeld gerückt werden. Gestern wurde die Aktion in Ebbinghof auf dem Hof Peitz vorgestellt.

„Bei vielen ist das Verständnis für die fleißigen Bienen verloren gegangen“, sagte Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland. „Für Obstbauern und Winzer ist die Bedeutung der Bienen selbstverständlich - sie sind auf die Bestäuber angewiesen.“ Jetzt möchte der Landwirtschaftliche Kreisverband Hochsauerland Werbung für Bienenfleiß machen und eine stabile Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern im Sauerland aufbauen.

Der Raps zum Beispiel bringe deutlich bessere Erträge, wenn sich der Landwirt in Sachen Bestäubung nicht nur auf den Wind verlasse. Auf dem Hof Peitz haben Imker ihre Bienen untergestellt - die Rapsfelder sind in unmittelbarer Nähe. Auch direkt an den Feldern sind Bienenkästen aufgestellt. Da Imker auf Plätze für ihre Bienen angewiesen sind, möchte die Geschäftsstelle Hochsauerland des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Kontakte zwischen Imkern und Landwirten vermitteln. Interessenten können sich unter 0291/999 303 melden.

Neue Lebensräume für Bienen

Es sind Kleinigkeiten, die der Landwirt außerdem beachten sollte, um den Bienen ihre Futtergrundlage zu sichern: ein Stück Wildwiese beim Mähen aussparen, blühende Zwischenfrüchte säen oder Ackerrandstreifen mit Bienenweiden einsäen.

Die Bedingungen für Bienen im Schmallenberger Stadtgebiet sind gut, stellte Dr. Werner Mühlen von der Landwirtschaftskammer - in Fachkreisen auch als der „Bienenpapst“ bekannt - fest. Vor allem die Kyrillflächen mit ihren Blütenmeeren hätten neue Lebensräume für Bienen geschaffen. Dennoch mahnte er mit Blick auf die Diskussion um Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft: „Wir haben kein Bienensterben, wir haben ein Imkersterben.“ In NRW gebe es rund 10 000 Imker mit etwa 60 000 Bienenvölkern - und das sind zu wenig. Vor allem im ländlichen Raum fehle es an Bienen: Im Zentrum des Ruhrgebiets gebe es 3,2 Bienenvölker pro Hektar, in ländlichen Regionen hingegen nicht mal eines pro Hektar. „Bienen sind dort, wo der Mensch lebt“, erklärte Dr. Werner Mühlen dieses Missverhältnis.

Bundesweite Aktion

Zu wenig Imker - diesem Problem soll auch die bundesweite Aktion „Biene sucht Bauer“ entgegenwirken, die gestern Junglandwirt Michael Hellermann vorgestellt hat. Imker, die ihre Völker in dem Betrieb eines Junglandwirtes betreuen, sollen diesen so an die Imkerei heranführen. Kontakte vermittelt der Bund der Deutschen Landjugend unter 030/31904206.

 
 

EURE FAVORITEN