Ideen für mehr Wohnmobil-Stellplätze in Schmallenberg

Den Trend des individuellen Urlaubs im Wohnmobil können Schmallenberg und Eslohe den Experten zufolge noch stärker nutzen – zum Bau eines ganzen Campingplatzes raten sie aber nicht. Einfacher einzurichten und bei Wohnmobilisten seien Stellplätze.
Den Trend des individuellen Urlaubs im Wohnmobil können Schmallenberg und Eslohe den Experten zufolge noch stärker nutzen – zum Bau eines ganzen Campingplatzes raten sie aber nicht. Einfacher einzurichten und bei Wohnmobilisten seien Stellplätze.
Foto: Erwin Pottgiesser
  • Experten raten zu mehr Stellplätzen für Wohnmobil-Camper
  • Sowohl im Schmallenberger Sauerland als auch in Eslohe könnten Gastgeber davon profitieren
  • Wohnmobilisten seien meist besser verdienende Individual-Urlauber

Schmallenberg..  Urlaub mit dem Wohnwagen und dem Reisemobil liegt im Aufwärtstrend. Darüber und welche Chancen diese Zielgruppen für den heimischen Tourismus bedeuten, haben drei Experten jetzt im Holz- und Touristikzentrum in Schmallenberg informiert – die Veranstaltung war nach einem Antrag der UWG-Fraktion angekündigt worden. Die eingeladenen Experten haben nun abschließend auch eine Handlungsempfehlung für das Schmallenberger Sauerland und die Ferienregion Eslohe gegeben.

Trends in der Touristik

„Das Urlaubsziel Deutschland ist enorm im Kommen“, weiß Dirk Dunkelberg, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). Mit rund 436 Millionen Übernachtungen im Jahr 2015 lag Deutschland zum wiederholten Mal auf dem ersten Platz der europäischen Urlaubsziele – noch vor Spanien (Platz 2), Frankreich (3) und Italien (4).

Zudem gehe der Trend hin zum Touristikcamping und weg vom Dauercamping. Auch das Zelt-Camping erfahre eine Renaissance.

Reisemobilisten suchen individuellen Urlaub

Einen echten Aufwärtstrend könne man bei den Reisemobilisten beobachten – so wird der Urlauber im Wohnmobil in der Fachsprache genannt. Nicht zu verwechseln mit den Wohnwagen-Urlaubern auf dem Campingplatz. „Reisemobilisten sind Individualisten“, betont Journalist Hans-Jürgen Hess.

Sie gingen eher ungern auf Campingplätze mit festen Ruhe- und Öffnungszeiten und bevorzugten einfache Stellplätze für den kurzen Aufenthalt sowie spezielle Reisemobilhäfen mit entsprechender Versorgung (Strom, Wasser etc.) für längere Standzeiten. „Rund 500 000 Reisemobile sind aktuell in Deutschland unterwegs“, betont Hess. Tendenz steigend. In Europa gebe es rund eine Million Reisemobile.

Empfehlung der Experten für Schmallenberg und Eslohe

Die Experten empfehlen für Schmallenberg, keinen neuen Campingplatz zu bauen, da das Planungsrecht ein solches Vorhaben schwierig und langwierig mache. Reisemobilstellplätze hingegen seien wesentlich unproblematischer – und mit Blick auf die großen Camping- und Reisemobilstellplätze an den umliegenden Stauseen sinnvoll. „Reisemobilisten wollen Regionen bereisen“, so Hans-Jürgen Hess. „Schließen Sie sich zusammen und vermarkten Sie sich gemeinsam.“ Aktivitäten wie Golfen, Radfahren, Wandern und Wassersport seien große Themen für die Zielgruppe.

Attraktive Zielgruppe mit vielen Besserverdienern

Reisemobilisten sind eher selten junge Familien mit kleinen Kindern. „Sie sind etwa 50 Jahre und älter, in der Regel zu zweit unterwegs und gern mit Hund“, erklärt Dirk Dunkelberg (DTV). Außerdem gehöre diese Zielgruppe zu den Besserverdienern, da die modernen und komfortablen Reisemobile entsprechend kostspielig sind.

„50 Euro pro Tag pro Person geben Reisemobilisten im Urlaub aus“, weiß Journalist Hans-Jürgen Hess. Geld, das vor Ort die Wirtschaft stärkt. Weitere Vorteile: „Diese Zielgruppe verreist mehrmals pro Jahr; sie hat Zeit. Und Reisemobilisten machen gern innerhalb Deutschlands Urlaub.“

Infrastruktur für Camper schaffen

Aktuell gibt es bundesweit etwa 3600 Stellplätze für Wohnmobile. „Das ist zu wenig“, so Hess. „Wir müssen Infrastruktur schaffen.“ Für eine Anlage mit 30 bis 50 Stellplätzen benötige man laut Stellplatz-Berater Thomas Schröder 3500 bis 6000 Quadratmeter Fläche.

„Ein Stellplatz kostet etwa 2500 Euro, inklusive technischer Ausstattung für Ver- und Entsorgung“, ergänzt der dritte Referent. Die Kosten seien aber stark abhängig vom Untergrund. „In NRW gibt es 80 000 zugelassene Reisemobile. Damit ist NRW stärkstes Bundesland in Deutschland“, erklärt Thomas Schröder. Hinzu kämen die Niederländer. „Sie haben die Urlauber vor der Haustüre.“

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