Herber Rückschlag für die Luftrettung Sauerland

Bisher kommen im Hochsauerlandkreis meist Rettungshubschrauber des ADAC zum Einsatz, zum Beispiel „Christoph 25“ aus Siegen oder der Hubschrauber aus Lünen.
Bisher kommen im Hochsauerlandkreis meist Rettungshubschrauber des ADAC zum Einsatz, zum Beispiel „Christoph 25“ aus Siegen oder der Hubschrauber aus Lünen.
Foto: Matthias Böhl
Für die Luftrettung Sauerland sollte ein Hubschrauber in Meschede-Schüren stationiert werden. Die Bezirksregierung Münster lehnt den Antrag ab.

Schmallenberg/Meschede.. Schlechte Nachrichten für die Initiatoren der Luftrettung Sauerland: Die zuständige Bezirksregierung Münster hat ihren Antrag abgelehnt. Als endgültiges Aus für ihre Idee wollen die Verantwortlichen das Schreiben aus Münster allerdings nicht ansehen – sie prüfen, welche rechtlichen Mittel sie nutzen können. „Wir lassen das nicht so auf uns sitzen und prüfen den Bescheid juristisch“, sagt Rettungsassistent Markus Hennecke.

Für die Luftrettung Sauerland wollen sie einen Hubschrauber in Meschede-Schüren stationieren. Der Hubschrauber steht in den USA bereit, die Initiatoren haben ein eigenes Unternehmen und einen Förderverein gegründet. Doch ohne Genehmigung der Bezirksregierung haben sie keine Chance, ihr Projekt umzusetzen.

Auswirkung auf öffentlichen Dienst

Die Beamten begründen die Ablehnung damit, dass ein zusätzlicher Hubschrauber den öffentlichen Rettungsdienst beeinträchtigen würde. „Die öffentliche Luftrettung in NRW ist jetzt schon bei Weitem nicht ausgelastet“, sagt Sigrun Rittrich, Pressesprecherin der Bezirksregierung Münster. Die Auslastung liege zwischen 20 und 30 Prozent. Allein in Westfalen-Lippe seien vier Rettungs- und zwei Intensivhubschrauber stationiert. „Es gibt, wenn man es geografisch betrachtet, keine Versorgungslücke“, so Rittrich. Gehe man von einem Radius von 60 Kilometern rund um die Orte aus, in denen die Hubschrauber stationiert sind, sei jeder Ort innerhalb von 15 Minuten zu erreichen.

Die Initiatoren der Luftrettung Sauerland kritisieren, dass das nur theoretische Werte sind. Bei Notfällen im HSK werden meist die Rettungshubschrauber aus Lünen oder Siegen angefordert. Direkt anfliegen können sie Notfallorte allerdings nur bei Tageslicht, entsprechender Witterung und natürlich auch nur, wenn sie gerade nicht schon in einem anderen Einsatz sind.

Hubschrauber nicht nur für Rettungseinsätze, sondern auch für Krankentransporte

„Wir wollen die Lücke schließen, die entsteht, wenn einer von ihnen nicht einsatzbereit ist“, sagt Hennecke. „So könnten wir die Anflugzeiten verkürzen.“ Zudem sei der Hubschrauber nicht nur für Rettungseinsätze, sondern auch für Krankentransporte geeignet, sogar, wenn die Patienten während des Flugs intensivmedizinisch versorgt werden müssten. Das sei aus ihrer Sicht ein großer Vorteil für die Sauerländer, so die Initiatoren. „Wenn die Fachzentren immer weiter vom Patienten weg sind, muss eben der Patient zu den Zentren kommen können“, sagt Notärztin Bettina Siepe.

Wichtig ist ihnen zu betonen, dass sie den öffentlichen Rettungsdienst in seiner jetzigen Form keinesfalls in Frage stellen oder negativ beeinflussen wollen. „Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zum bodengebundenen öffentlichen Rettungsdienst – das machen wir alle selbst mit Herzblut“, sagt Siepe. Der neue Hubschrauber solle nur in den Fällen zum Einsatz kommen, in denen die anderen Rettungshubschrauber der Region aus unterschiedlichen Gründen nicht kommen können.

Die Luftretter gehen davon aus, dass sich der Dienst finanziell dennoch für sie rechnen würde. „Das ist ja unser Risiko – wir sind eine private Firma“, sagt Hennecke. Hubschrauber, Rettungssanitäter, Notärzte – all das würde die Luftrettung Sauerland selbst finanzieren. Die Krankenkassen müssten lediglich die Einsätze selbst bezahlen.

Bürokratische Hürden

Doch bis es überhaupt zu konkreten Verhandlungen mit den Krankenkassen kommen kann, müssen die Luftretter noch einige bürokratische Hürden überwinden. Zunächst müssten sie es schaffen, die Experten der Münsteraner Bezirksregierung noch zu überzeugen oder aber erfolgreich gegen den Ablehnungsbescheid klagen.

„Und selbst wenn der Hubschrauber genehmigt würde, dürften wir ihn gar nicht beauftragen, weil er nicht im Rettungsdienstbedarfsplan steht“, sagt Martin Reuther, Pressesprecher des HSK. Der Plan wird alle fünf Jahre neu verabschiedet, die nächste Fassung ist gerade in Arbeit.

Damit der Schürener Hubschrauber darin aufgenommen werden könnte, bräuchte es einen entsprechenden Erlass des Landes und eine Zustimmung der Krankenkassen, den Dienst zu finanzieren – ein langer Weg, den die Mitglieder der Luftrettung Sauerland noch vor sich haben.

 
 

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