Hebamme genießt viel Vertrauen

Familienhebamme Kerstin Bigge  (l.) genießt großes Vertrauen.
Familienhebamme Kerstin Bigge (l.) genießt großes Vertrauen.
Foto: Privat / WP Meschede

Meschede.  Sie gehört weder zum Jugendamt noch zu einer sonstigen Behörde, sondern arbeitet im Auftrag des Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Hochsauerland genießt Familienhebamme Kerstin Bigge großes Vertrauen.

Nachdem der SkF in Arnsberg schon im vergangenen Jahr im Zuge der Weiterentwicklung der „Frühen Hilfen“ eine Familienhebamme eingestellt hatte, wurde dieser Schritt in 2013 auch in Meschede vollzogen. In enger Vernetzung mit der Schwangerschaftsberatungsstelle des SkF hat Kerstin Bigge, die sich derzeit noch in der Zusatzausbildung zur Familienhebamme befindet, im Frühjahr die ersten Betreuungsfälle übernommen.

„Es gibt junge Frauen, die nach der Geburt ihres Kindes wesentlich mehr brauchen als die regulär vorgesehenen Begleittermine, die durch die Krankenkasse finanziert werden“, berichtet sie. Oft sind es persönliche Probleme der jungen Mutter, eine hohe Belastungssituation oder Schwierigkeiten im Umgang, der Versorgung und der Erziehung des Säuglings, bei denen Bigge gebraucht wird. Durch die „Hilfe zur Selbsthilfe“ und die behutsame Unterstützung gibt sie den jungen Müttern Sicherheit und Zuversicht in ihrer neuen Rolle.

Beim Projekt des SkF steht der präventive Ansatz im Vordergrund. „Nicht erst - wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sondern sofort, wenn erste Unsicherheiten auftreten oder die Betreuung des Säuglings Probleme macht, wollen wir vorbeugend unterstützen und helfen“, macht Angela Kloppenburg, SkF Schwangerschaftsberaterin in Meschede deutlich.

Und dass dies auch gelingt, zeigt das Beispiel von Denny und seiner jungen Mutter Sophie L., denn auch sie hatte als alleinerziehende junge Mutter Probleme und war mit der plötzlichen Verantwortung für ihren kleinen Sohn teilweise überfordert. Den Einstieg der Familienhebamme bezeichnet die junge Frau als „Glücksfall“ in ihrer Situation, denn Kerstin Bigge konnte nicht nur gezielt Anleitung und Hilfestellung geben, sondern die junge Mutter nach und nach auch sehr selbstständig machen. „Sie hat mir erst mal gesagt, dass ich vieles richtig mache!“ sagt Sophie und bezeichnet den Einsatz der Familienhebamme als „Super Hilfe!“

Allein hätte sie das nicht geschafft. Oft habe allein das Wissen darum, dass da noch eine „Fachfrau“ im Hintergrund ist, die man fragen oder kurz mal per SMS kontakten kann, die entsprechende Sicherheit im Umgang mit dem Säugling vermittelt. Und auch, wenn sie es heute alleine schafft und die Familienhebamme nicht mehr dauerhaft nötig hat, der Kontakt zu ihr ist geblieben und die SMS ist so etwas wie eine Hotline, die man im Bedarfsfall nutzen kann.

Aus Spenden finanziert

Möglich wurde dieses Projekt, weil der SkF als Wohlfahrtsverband entsprechende Mittel bereitgestellt hat. „Nachdem das Projekt in Arnsberg so gut angelaufen ist, war es uns wichtig, auch in Meschede einen Beitrag im Bereich der Frühen Hilfen zu leisten“, machte Ulla Beckmann, Vorsitzende des SkF Hochsauerland, deutlich. Da das Projekt rein aus Spenden finanziert wird, hofft der SkF auch weiterhin auf finanzielle Unterstützung für seine wichtige Arbeit.

 
 

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