Handy als Auslöser für Unfälle

Ute Tolksdorf

Meschede.  Die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr, ausgelöst durch Unachtsamkeit nimmt zu, hat die Polizei in Meschede beobachtet. Pressesprecher Ludger Rath rechnet allerdings mit einer hohen Dunkelziffer.

Der Kopf ist gesenkt - der Blick geht aufs Smartphone, eben noch die neuesten Nachrichten mit Freunden austauschen oder mal gucken, was auf Twitter oder Whats­app so los ist. Dabei bemerkt man gar nicht, wie schnell man vom sicheren, abgesenkten Fußgängerweg in der Innenstadt auf die Straße oder den Radweg tritt. Eine gefährliche Situation, die nicht nur Jugendliche betrifft.

Problem in der Bahnunterführung

Leser Elmar Krämer hat das schon öfter gerade in der Bahnunterführung in Meschede beobachtet, wo Radler und Fußgänger eigentlich eigene Spuren haben. „Mit dem Blick aufs Smartphone wird der Trenn-Streifen für Fahrräder dann nicht beachtet, und es besteht dann eine erhöhte Unfallgefahr für die Radfahrer, aber auch für die Fußgänger“, sagt er. Wenn die Schule aus ist, sei es für beide Seiten besonders kritisch. „Es gibt ja auch Radfahrer, die durch die Unterführung rasen.“

Auch Ludger Rath von der Polizei in Meschede bestätigt: „Unfälle durch Ablenkung im Straßenverkehr durch den Blick aufs Handy aber auch bei der Eingabe ins Navi, sind ein zunehmendes Problem.“

Zwar würden die Unfälle, die Fußgänger durch Handys verursachen, noch nicht gesondert erfasst, doch unbestritten sei, dass das Handy einiges an Aufmerksamkeit auf sich ziehe. „Aufmerksamkeit, die man eigentlich im Straßenverkehr dringend braucht“, betont Rath.

Nicht umsonst sei das Telefonieren im Auto und auf dem Fahrrad verboten. Auch Radfahrer zahlen, wenn sie dabei erwischt werden. Zwar ist die Summe mit 25 Euro deutlich geringer als die 60 Euro plus ein Punkt in Flensburg für Autofahrer, für die meisten aber trotzdem ärgerlich.

Ludger Rath rechnet in beiden Gruppen mit einer hohen Dunkelziffer: „Man muss ja nur aufmerksam den fließenden Verkehr beobachten, um eine Ahnung davon zu bekommen, wie weit verbreitet diese Verstöße sind.“

Verursacht der unaufmerksame Fußgänger einen Unfall, haftet er ebenfalls. „Im Zweifel begeht er eine Ordnungswidrigkeit.“ Noch sei es aber nicht verboten als Fußgänger zu telefonieren , sagt Rath und appelliert an die Vernunft der Fußgänger. „Hinterher kommt noch jemand auf die Idee.“