H&M zieht nicht ins leere Mescheder Hertie-Haus

Jürgen Kortmann
H&M kommt nicht nach Meschede: Der schwedische Mode-Riese hat dem "Meschede-Center" eine Absage erteilt. Als Reaktion darauf haben auch andere Mode-Filialisten gekündigt. Das ändere aber nichts an den Plänen, das leerstehende Hertie-Haus zum Einkaufszentrum umzubauen.

Meschede. H&M zieht nicht in das geplante Meschede-Center. Das bestätigte Investor Hubert Bövingloh. Die Fertigstellung des Projektes verschiebt sich bis in den Herbst 2015. Vor allem junge Leute hatten darauf gewartet: Dass sie nicht mehr in Nachbarstädte fahren müssten, um beim Mode-Trendsetter H&M einkaufen zu können. Hennes und Mauritz sollte der Anziehungspunkt im neuen Meschede-Center werden. Jetzt haben die Schweden dem Projekt einen Korb gegeben. H&M kommt nicht nach Meschede. Das bestätigte Investor Hubert Bövingloh auf Anfrage.

Die gute Nachricht: Bövingloh hält an seinen Mescheder Plänen fest. Aber ihre Umsetzung wird sich endgültig verzögern. Er geht jetzt von einem Eröffnungstermin im dritten Quartal 2015 aus, vermutlich im September 2015. Ursprünglich sollten die Türen im Meschede-Center bereits zum Weihnachtsgeschäft 2014 öffnen.

Der Münsteraner bleibt dabei: „Wir werden bauen. Wir sind auf einem guten Wege. Selbst die größten Projekte verzögern sich.“ 76 Prozent der Flächen seien vermietet. Die magische Grenze sind 80 Prozent: Danach werde er bereits erteilte Aufträge zur Umsetzung freigeben – sprich, dann wird am Center umgebaut. „Ein, zwei Mietverträge sind per Post noch im Anmarsch“, sagt Bövingloh. Deshalb sollen die Abbrucharbeiten am Eis-Café neben dem ehemaligen Hertie-Gebäude auch noch in diesem Spätherbst beginnen, wahrscheinlich im November. Über den Winter könnte dann im Gebäude umgebaut werden.

Wie berichtet, hatte ursprünglich das namhafte Mode-Unternehmen „s.Oliver“ mit in das Center einziehen wollen, dann aber abgesagt und inzwischen einen eigenen Laden in der Ruhrstraße eröffnet. Die Absage löste eine kleine Kettenreaktion aus: Denn große Unternehmen wie H&M verlangen ein entsprechendes hochwertiges Geschäftsumfeld – und weil „s.Oliver“ jetzt fehlte, sagte H&M ab. Weil H&M absagte (und dafür eine entsprechende Ausstiegsklausel im Mietvertrag nutzte), stieg wiederum das Markenunternehmen Esprit aus.

Für H&M sollte ein Teil neu gebaut werden

H&M wäre der große Ankermieter im Meschede-Center gewesen. Allein 2000 der geplanten 7400 Quadratmeter Verkaufsfläche hatte H&M im Bereich des ehemaligen Eis-Cafés gebucht. Dafür sollte dort neu gebaut werden. Der Neubau kommt jetzt auch, aber abgespeckt. Die geplante Technikzentrale fällt weg. Gleichzeitig ist aber die Verkaufsfläche von 7400 Quadratmeter beim Center nicht zu halten. Rund 400 Quadratmeter werden wegfallen.

Hubert Bövingloh meint mit Blick auf die Entwicklung durch H&M: „Lieber heute eine klare Trennung als nachher ein Streit.“ Er ist froh, dass es gelungen sei, das geplante erste Obergeschoss direkt neu vermieten zu können: Auf 1000 Quadratmeter kommt jetzt ein anderes Mode-Unternehmen zum Zuge – insgesamt würde H&M jetzt durch ein großes, ein mittelgroßes und zwei kleine Modegeschäfte ersetzt, sagt Bövingloh. Namen wollte er noch nicht nennen.

Rossmann, MediMax, Schuhpark und Adler kommen trotzdem

Die Drogeriekette Rossmann, die Elektronik-Kette „MediMax“, Schuhpark und Mode Adler bleiben als große Mieter erhalten. Verhandelt werde auch mit einer weiteren Drogeriekette, außerdem mit einer Kette aus dem Buchhandel und mit einem Friseur. Nicht ausgeschlossen, dass auch ein Warenhaus in das Center einzieht. Auch hier mochte Bövingloh wegen laufender Verhandlungen keine Namen nennen.

Der Münsteraner Investor beobachtet die Arbeiten im Umfeld des Centers aufmerksam: „Das ist eine Bereicherung“, sagt er etwa zu den laufenden Arbeiten an der neuen Ruhr-Promenade an der Fritz-Honsel-Straße. Zur besseren Anbindung des Centers an die Parkplätze an der Kolpingstraße soll die bestehende Fußgängerbrücke über die Ruhr abgebaut und dafür - auf Bövinglohs Kosten - eine neue direkt zur Eingangsseite des Centers gebaut werden. Den Brückenbau hat er auf 2015 verschoben. Derzeit würden die Mietverträge für die Tiefgarage und die Parkplätze an der Kolping­straße verhandelt.