„Große Chance für die Klinik und die Region“

Personelle Veränderungen am Fachkrankenhaus: (v.l.) Geschäftsführer Werner Ernst, der neue Chefarzt Dr. Christian Berndt, ärztlicher Direktor Dr. Peter Haidl, Chefarzt Dr. Dominic Dellweg und  Chefarzt Dr. Friedrich Riffelmann
Personelle Veränderungen am Fachkrankenhaus: (v.l.) Geschäftsführer Werner Ernst, der neue Chefarzt Dr. Christian Berndt, ärztlicher Direktor Dr. Peter Haidl, Chefarzt Dr. Dominic Dellweg und Chefarzt Dr. Friedrich Riffelmann
Foto: WP

Grafschaft..  28 zusätzliche Betten hat das Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft geschaffen. Aber nicht nur mit räumlichen Veränderungen reagiert die Klinik auf die Schließung des St.-Georg-Krankenhauses in Bad Fredeburg. Mit Dr. Christian Berndt gibt es seit Juli eine neue Chefarztstelle für den Bereich Innere Medizin/Kardiologie.

Die 28 Betten verteilen sich auf 14 Zimmer – eine komplett neue Station aus einzelnen Fertigbau-Modulen ist dafür errichtet worden – mit Stationsküche, Schwesternzimmer, Arztzimmer, Aufenthaltsraum etc. Am Montag, 2. September, ziehen die ersten Patienten ein.

Modulare Bauweise

„Wir haben uns für die modulare Bauweise entschieden, um schnell reagieren zu können“, erklärt Geschäftsführer Werner Ernst. Rund 1,3 Millionen Euro hat das Fachkrankenhaus dafür investiert. Die Baugenehmigung für die neue Station 14 wurde für fünf Jahre erteilt. „In dieser Zeit muss sich der Alltag beweisen“, so Ernst. „Wir müssen sehr solide überlegen, wie sich die Nachfrage entwickelt und danach unsere langfristigen Erweiterungspläne ausrichten.“ Bereits bevor die Schließung des St.-Georg-Krankenhauses bekannt geworden war, hatte das Fachkrankenhaus Bedarf beim Land angemeldet – nicht nur im Bereich Innere Medizin, sondern auch im Kerngeschäft, der Pneumologie (Lungenheilkunde).

Das Grundstück gegenüber des Haupteingangs habe man aus dem Grund für die Station 14 ausgewählt, da der neue Komplex an dieser Stelle die langfristigen Erweiterungspläne als Anbau am Gebäude nicht beeinträchtigen würde.

Bei der Einsegnung verriet Pfarrer Boes, dass er zuerst Bedenken hatte, als er von der Modulbauweise erfahren hatte. „Ich bin positiv überrascht“, sagte er gestern. Auch Geschäftsführer Werner Ernst, die leitenden Ärzte sowie die gesamte Belegschaft, die gestern zur ersten Begehung eingeladen war, zeigte sich begeistert von den neuen, modern eingerichteten Räumen.

„Um die Bettenmehrung zu bewältigen, braucht man zusätzliche Fachleute“, erklärt Ernst, warum mit Dr. Christian Berndt ein neuer Chefarztbereich „Innere Medizin/Kardiologie“ installiert wurde. Der Internist mit der Zusatzbefähigung Kardiologie und Intensivmedizin ermöglicht eine weitere Spezialisierung im Kerngeschäft sowie im Bereich der Inneren Medizin, die mit der Schließung in Bad Fredeburg aufgefangen werden musste.

Den bestehenden Schwerpunkt ergänzt Dr. Berndt insofern, dass Patienten, die mit Luftnot eingewiesen werden, nicht unbedingt lungenkrank, sondern auch am Herzen erkrankt sein können. Patienten mit Herz-Rhythmus-Störungen oder Vorhofflimmern könnten in Grafschaft jetzt noch kompetenter behandelt werden.

Etwa 800 Patienten mehr pro Jahr

Auch wenn interventionelle Eingriffe wie Herzkatheteruntersuchungen in Grafschaft nicht möglich seien, könnten dort die wichtigen Basisentscheidungen getroffen werden. „Wir haben zum Beispiel ein neues High-End-Herz-Ultraschallgerät angeschafft“, so Berndt. „Darüber hinaus leisten wir natürlich das gesamte Spektrum der Inneren Medizin.“

Für die Ärzte am Grafschafter Krankenhaus ist Berndt kein unbekannter. Zuletzt hat er zwei Jahre in Bielefeld gearbeitet, davor war er aber zehn Jahre lang am Mescheder St.-Walburga-Krankenhaus.

Froh darüber, dass der räumliche wie auch personelle Engpass nun ein Ende hat, zeigten sich gestern die leitenden Ärzte. „Das war eine schwierige Situation in den vergangenen Monaten“, meint Dr. Dominic Dellweg. Etwa 800 Patienten im Bereich Innere Medizin habe das Fachkrankenhaus seit der Schließung in Bad Fredeburg pro Jahr mehr, rechnet Dr. Peter Haidl die aktuelle Zahl hoch. Der ärztliche Direktor sieht die Entwicklung als große Chance für die Klinik wie auch für die Region: „Ein starkes Krankenhaus mit rund 500 Mitarbeitern und Erweiterungsplänen ist gut für die Patientenversorgung und für den Arbeitsmarkt.“

Hintergrund:

- Seit dem Ruhestand von Prof. Dr. Dieter Köhler im Juli ist Dr. Peter Haidl neuer ärztlicher Direktor. Er ist bereits seit 20 Jahren in Grafschaft tätig, seit 2007 ist er Chefarzt für die Bereiche Innere Medizin und Lungenheilkunde.

- Nachfolger von Prof. Dr. Köhler als Chefarzt der Abteilung Pneumologie I (Intensiv-, Beatmungs- und Schlafmedizin, Frührehabilitation) ist Dr. Dominic Dellweg. Er ist vorher zehn Jahre in Grafschaft als Oberarzt tätig gewesen.

- Chefarzt der Allergologie ist Dr. Friedrich Riffelmann.

- Neu dabei ist Dr. Christian Berndt als Chefarzt für den Bereich Innere Medizin/Kardiologie.

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