„Grillen ist ganz klar eine Männersache“

Am Wochenende veranstaltete der Knaus-Campingpark am Hennesee den Grill-Contest. Trotz Regen war die Stimmung gut. Fotos: Theresa Schnettler
Am Wochenende veranstaltete der Knaus-Campingpark am Hennesee den Grill-Contest. Trotz Regen war die Stimmung gut. Fotos: Theresa Schnettler
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Es ist angerichtet! Die Kohlen glühen, vom sanft gebräunten Fleisch steigt ein würziger Duft auf, kühle Getränke stehen griffbereit auf dem Tisch. Beim Knaus-Grill-Contest am Hennesee haben am vergangenen Wochenende Expertenteams mit guter Laune und viel Leidenschaft ihr ganzes Können bewiesen. Willem Beek, Manager des Campingplatzes am Hennesee, war als Jurymitglied dabei und gibt Grilltipps.

Welche unverzeihlichen Fehler muss man beim Grillen Ihrer Meinung nach auf jeden Fall vermeiden?

Ein absolutes „No-Go“ ist für mich, wenn beim Grillen Benzin oder Spiritus verwendet werden, um die Kohlen anzuzünden. Ebenso ist schwarz gebranntes Fleisch kein schöner Anblick und noch weniger ein Genuss – zudem ist es ja auch noch ungesund. Ich mag es auch nicht, wenn aus dem Grillen eine Wissenschaft gemacht wird und man stundenlang über Details fachsimpelt, es soll ja schließlich Spaß machen!

Betrachten wir das Grillen trotzdem für einen kurzen Moment wissenschaftlich: Welcher Grilltyp ist der Beste? Kohle, Gas oder Elektro?

Mein ganz klarer Favorit ist der Kohlegrill. Er hat ein unverkennbares Aroma. Diesen Geschmack kann man mit keinem anderen Grilltyp nachahmen. Feuer und Rauch gehen direkt ins Fleisch über. Wenn ich keinen Kohlegrill zur Hand habe, dann ziehe ich den Gasgrill dem Elektrogrill vor. Beim Elektrogrill fehlt mir dieses typische Grillgefühl.

Wie experimentierfreudig darf man beim Grillen sein? Kann man alles grillen oder gibt es für Sie Grenzen des guten Geschmacks?

Natürlich darf man erst einmal alles ausprobieren und testen, ob es gut schmeckt. Neben ganz verschiedenen Fleischsorten kann man auch Gemüse gut grillen und sogar Fisch. Hier sollte es keine Vorschriften geben. Warum auch? Jeder hat schließlich seinen eigenen Geschmack.

Wie stellen Sie sich den perfekten Grillabend vor? Haben Sie einen Geheimtipp für einen guten Ort?

Das alles entscheidende Kriterium für so einen Abend sind die richtigen Leute. Wenn dann noch ein gutes Bier oder ein schönes Glas Wein auf dem Tisch stehen, kann fast nichts mehr schiefgehen. Wichtig ist nur, einen Grillmeister zu haben. Viele Köche verderben ja bekanntlich den Brei. Was den Ort betrifft: Raus in die Natur! Gegrillt wird nur unter freiem Himmel, im Haus kommt einfach keine richtige Atmosphäre auf.

Ist das Grillen denn – wie so oft behauptet – reine Männersache?

Ja, für mich ist das Grillen ganz klar eine Männersache. Das liegt vermutlich daran, dass Männer nicht viel reden müssen, um einen schönen Abend zu haben. Gemütlich ins Feuer zu schauen, das Fleisch wenden und ein kühles Getränk dabei genießen, das genügt. Vor allem liegt es aber am Feuer, das hat einfach eine magische Anziehungskraft auf uns Männer.

Hintergrund:

Am Wochenende veranstaltete der Knaus-Campingpark am Hennesee den Knaus-Grill-Contest.

An insgesamt acht Standorten in Deutschland werden die Vorrunden ausgetragen. Die Sieger qualifizieren sich für das Grill-Contest-Finale am 25. August in Eschwege. Die Gewinner des Grill-Contest-Finales nehmen 2013 an der offiziellen Deutschen Grillmeisterschaft teil.

Die Sieger wurden in zwei Kategorien gekürt. Im Gourmet-Contest für Feinschmecker überzeugte „Team Five“ aus Hamm. Im Speedgrill-Contest für Hochgeschwindigkeitsbrutzler setzte sich „Team Schwarz“ gegen acht andere Teams durch.

Trotz des Dauerregens nahmen insgesamt 15 Teams am Wettbewerb teil, mehr als 200 Besucher feuerten kräftig mit an.

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