„Gott gibt auf die Menschen Acht“

J ugendlichen und jungen Erwachsenen fällt es oft schwer, einen Bezug zum Glauben und zu Gott herzustellen. In die Kirche gehen ja fast nur alte Leute, so denken viele. In Meschede gibt es seit einem Jahr New Ground, eine katholische Initiative junger Christen. Mit ihren Gottesdiensten, die zum Teil auch an sehr ungewöhnlichen Orten und nicht nur in der Kirche stattfinden, wollen die Organisatoren junge Menschen ansprechen, Kirche anders zu erleben. Eine der Organisatoren von New Ground ist die 16- jährige Schülerin Pauline Thiele aus Remblinghausen. Sie besucht das Gymnasium der Benediktiner.

Druckreif hat sich mit der Schülerin unterhalten, um mehr zu erfahren.

Frage: Erzähl einmal kurz, wie du zu New Ground gekommen bist?

Pauline Thiele: Begonnen hat alles vor einem Jahr, als ich zusammen mit einer Freundin nach der Messe in der Gemeinde Mariä Himmelfahrt eine Einladung zu einem Infotreffen bekam. Das Hingehen hat sich gelohnt. Denn allein schon die tolle, lockere Atmosphäre, die dort herrschte, war beeindruckend. Jeder konnte seine persönlichen Fähigkeiten einbringen. New Ground ist etwas Neues, aber teilweise auch eine Weiterentwicklung vom Jugendkirchenprojekt „Light my fire“ aus dem Jahr 2004.

Was bedeutet dir deine Religion?

Ich bin mit meiner Religion aufgewachsen und sie bedeutet mir sehr viel.

Haben bei dir deine Eltern den Grundbaustein zu Gott in der Kindheit gelegt?

Meine Eltern sind beide Gemeindereferenten und in der Kirche engagiert. Wir sind früher oft mit der ganzen Familie in die Kirche gegangen, weil mein Vater das „Light my fire“-Projekt mit organisiert hat. Aber es bestand von meinen Eltern kein Zwang, dass ich in die Kirche gehen musste.

Betest du regelmäßig?

Ich bete manchmal, ich habe allerdings keine speziellen Zeiten dafür vorgesehen. Da ich als einzige von meinen Geschwistern noch zu Hause wohne und in der Woche oft lange Schule habe, können wir leider auch nicht gemeinsam zu Mittag essen. Am Wochenende gehört es mit zu unseren Tischritualen, dass meine Eltern und ich vor dem Essen beten.

Glaubst du, dass es Schutzengel gibt?

Ich finde die Idee, einen Schutzengel zu haben, schön. Jedoch glaube ich nicht, dass sie einen vor allem bewahren. Gott ist für mich derjenige, der auf alle Menschen Acht gibt. Die Verbindung mit den Engeln sehe ich so, dass Gott seinen Engel wiederhaben möchte, wenn ein Mensch stirbt.

Was war dein schönstes religiöses Erlebnis?

Ein konkretes Ereignis kann ich nicht benennen. Generell ist Religion in Gemeinschaft mit Freunden wichtig, weil es doppelt so viel Spaß macht. Die Gründung von New Ground, die damit verbundenen Gottesdienste und meine Romfahrt im vergangenen Jahr haben mich sehr geprägt.

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