Golfen in der Scheibenwelt

Wer am besten zielt, gewinnt: Familie Löcherbach spielt zum ersten Mal Discgolf. Die bunten, frisbee-ähnlichen Scheiben in die richtige Richtung zu lenken, ist für Anfänger allerdings gar nicht so leicht.
Wer am besten zielt, gewinnt: Familie Löcherbach spielt zum ersten Mal Discgolf. Die bunten, frisbee-ähnlichen Scheiben in die richtige Richtung zu lenken, ist für Anfänger allerdings gar nicht so leicht.
Foto: Anike Engels
Hobbyspieler testen ihre Treffsicherheit auf Bad Fredeburger Discgolf-Anlage.

Bad Fredeburg..  Bunte Scheiben in allen Farben zischen durch die Luft. Ihr Ziel: ein Fangkorb mit Ketten, der bis zu 120 Meter weit entfernt sein kann. Die Discgolf-Anlage erfüllt Wald und Wiesen in Bad Fredeburg mit Leben. Nachmittags und am Wochenende ziehen Gruppen von Jugendlichen, Erwachsenen oder Familien über die 18-Korb-Anlage am Kurpark in der Schmiedinghausen und versuchen, mit möglichst wenig Würfen das Ziel zu erreichen.

Für Ungeübte und Hobbyspieler ist es zunächst nicht einfach, die Flugbahn der abgewandelten Frisbee zu erahnen. „Doch die Lernkurve beim Discgolf ist steil, man wird also schnell besser. Schon mit ein bisschen Übung kann man etwa 50 Meter halbwegs kontrolliert werfen“, sagt Victor Wagner, erster Vorsitzender der Abteilung Discgolf beim TV Fredeburg.

Profis nutzen spezielle Scheiben

Discgolf zählt im weitesten Sinne zu den Golfsportarten. Der Abwurf oder „Drive“ auf einer Bahn wird von einem bestimmten Ort vorgenommen, alle weiteren Würfe erfolgen von dem Punkt, an dem die vorher geworfene Scheibe zum Liegen kam. Der Parcours ist recht anspruchsvoll und jedes Mal, wenn ein Baum getroffen wird, ist der Ärger gerade bei den Kindern groß. „Das ist doof“, ärgert sich Niklas Löcherbach (9), der zum ersten Mal mit seiner Familie Discgolf spielt. „Warum fliegt die Scheibe immer nach links, wenn sie nach rechts soll?“

Dieses Problem haben die Profis in der Regel nicht. Doch sie haben auch nicht nur eine Frisbee für die 18 Körbe, sondern für jede Wurfsituation eine andere. Victor Wagner hat beim Training etwa 15 Scheiben dabei. „Es gibt Scheiben für den Weitwurf, Annäherungsscheiben für geringe Distanzen und Putter, die nur für kurze Strecken und damit für den Wurf ins Ziel eingesetzt werden.

„Es ist ein bisschen wie beim üblichen Golfspiel“, sagt Wagner. Auch haben die geübten Spieler verschiedene Wurftechniken, während Hobbyspieler die Scheibe zunächst auf immer gleiche Weise werfen. „Je nach Situation spielen wir mit der Vorhand (Side-arm), über den Kopf (Upside-down-Wurf), oder wir rollen die Scheibe sogar. Man kommt so weiter, jedoch ist die Richtung schwierig zu kontrollieren. Der Roller wird äußerst selten benutzt.“, erklärt Wagner.

Für die unerfahreneren Spieler ist die Richtung der Frisbees auch oft schwer zu kontrollieren. Die Scheibe in der vorgegebenen Anzahl von Würfen in den Korb zu befördern, schaffen nur wenige von ihnen.

Training im Verein

„Man muss wohl eine Weile üben, bis man das raus hat“, vermutet Nina (11). Ihr hat es aber so viel Spaß gemacht, dass sie am Ende der 18. Bahn gerne noch einmal anfangen würde. „Es ist ein toller Sport, der praktisch von jedem gespielt werden kann und sich für einen Familienausflug anbietet“, sagt Mutter Kristina Löcherbach.

Gewonnen hat am Ende der Onkel der beiden Kinder. Er hatte insgesamt am wenigsten Würfe gebraucht, um alle Körber zu erreichen. Doch obwohl nur einer gewonnen hat, hatten alle eine gute Zeit.

Da ist es kein Wunder, dass Discgolf eine rasant wachsende Trendsportart ist: „Wichtig ist, dass man direkt am Anfang mit der richtigen Technik beginnt und die lernt man nun mal am Besten bei uns im Training“, sagt Wagner. „Die Technik erleichtert Vieles. Man kommt zwar auch ohne halbwegs erfolgreich zurecht, mit gelingt aber mehr.“

 
 

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