Geschmückter Baum kommt im Karton

Foto: WP

Cobbenrode. Wer bei einem „Weihnachtsbaum im Karton“ an ein Plastikbäumchen denkt, das während des Jahres auf dem Dachboden steht, liegt falsch. „Echte“ Tannenbäume im Karton verkaufen Marcus und Tobby Kracht aus Cobbenrode.

Die Idee hatten die beiden Brüder vor mehr als zehn Jahren. Damals studierte Marcus Kracht in Frankfurt. Fuhr er zum Wochenende nach Hause, brachte er in der Saison montags immer Tannengrün aus dem Sauerland in das Rhein-Main-Gebiet und versorgte einige Blumenläden damit. Ein kleiner Nebenverdienst für den Studenten.

Bestellung übers Internet

Kracht überlegte sich damals, dass es doch neue Vertriebsmöglichkeiten für Weihnachtsbäume geben müsse. Schließlich hatte man zu Hause genug davon. Pfiffig kam er auf das neue Medium Internet. Warum nicht Bäume direkt an die Kunden schicken. Eine Idee war geboren. Gemeinsam mit Bruder Tobby begann in der häuslichen Garage das Experiment mit verpackten Tannenbäumen.

„Jeder Baum wurde fotografiert, ins Internet gestellt und konnte dann bestellt werden“, erzählt Tobby Kracht. Zunächst waren es Privatkunden, die die beiden belieferten. Schon bald verbreitete sich die Idee. „Man braucht nicht raus, um den Baum an einem Stand zu holen. Man hat keine nassen Füße, kalten Hände, einen schmutzigen Kofferraum oder muss eine waghalsige Beförderung auf dem Autodach leisten“, so Marcus Kracht.

Geschäftsleute

Kunden waren zunächst Berufstätige, die ohne Stress und Unannehmlichkeiten einen frischen Baum wollten. „Wir sind nicht die Lieferanten für Familien, die mit ihren Kindern in den Wald wandern, um einen Baum selbst zu schlagen oder auf dem Weihnachtsmarkt zu kaufen.“

Bald machten sich große Konzerne das Lieferprinzip der Krachts zu nutze. Sie orderten bei den Cobbenrodern Weihnachtsbäume für ihre Geschäftskunden, Autovertretungen oder als Gewinnspiel. „Wir verschicken Bäume in jeder gewünschten Größe. Völlig naturbelassen oder dekoriert, wie man möchte“, erzählt Kracht. Ob im einfachen Topf mit Jutemantel, mit Naturdeko, klassisch in rot-gold, ländlich rot-weiß, trendig in lila oder modern schwarz, mit Schleifen, mit Kugeln, mit Firmen-Logo oder in exakter Firmenfarbe, mit oder ohne Weihnachtskarte - alles sei möglich.

„Zu unseren Kunden zählen u.a. Autokonzerne, Banken und ein Getränkeproduzent“, so Markus Kracht. Bei der Bestellung funktioniert das wie bei jeder Online-Bestellung: Baumart, Größe und gewünschtes Aussehen auswählen. Es gibt aber auch Schnittgrün oder Adventskränze. In den Warenkorb legen und bestellen. 24 Stunden später wird ausgeliefert.

Auf der Schwartmecke haben die Brüder eine Halle gemietet. Im kommenden Jahr kommt, wenn alles klappt, das alte Feuerwehrhaus hinzu.

Frisch geschlagen

Dort werden die Tannenbäume aus eigenem Anbau frisch geschlagen angeliefert. Mitarbeiter packen die Bäume in Spezialkartons, die besonders Spritzwasser resistent sind. Jeder Baum kommt in einen extra Beutel und bekommt eine Frischhaltemasse in den Topf. „Je nach Dekobedarf dauert das unterschiedlich lang“, erläutert Kracht.

Dann gehen die Bäume mit dem Paketdienst auf die Reise - überwiegend nach Deutschland, aber auch ins europäische Ausland, nach Übersee, Thailand oder Australien. „Das ist aber seltener der Fall wegen der hohen Versandkosten, aber möglich ist alles“, so die geschäftstüchtigen Brüder, die die übrige Zeit ganz „normalen“ Berufen nachgehen.

Weitere Info zum Handel der Krachts unter www.weihnachtsbaumversand.de.

 
 

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