Gemeinde würdigt besondere Verdienste

Bestwig..  Rund 500 Gäste waren gestern Abend beim Neujahrsempfang der Gemeinde im Rathaus. Bürgermeister Ralf Péus nutzte die Gelegenheit, um das Engagement all derer zu würdigen, die sich in der Gemeinde ehrenamtlich engagieren. „Ohne Sie und ohne Ihren Einsatz wäre Bestwig nicht so lebenswert“, betonte er. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen könne die Öffentliche Hand längst nicht alles leisten, so Péus, der auch weiterhin „eine bestmögliche Unterstützung des Ehrenamts“ versprach.

Höhepunkt war die Verleihung zweier Ehrenmedaillen an Menschen, die sich in besonders großer und vielfältiger Weise für das Wohl der gesamten Gemeinde Bestwig eingesetzt haben.

Ein „junger Wilder“

Einer von ihnen ist das 47-jährige CDU-Ratsmitglied Martin Bracht. Bracht gehörte im Jahr 1989 zu den „jungen Wilden“, die mit ihrer Jungen Bestwiger Liste die Kommunalpolitik in der Gemeinde mächtig aufmischten. Bracht wurde im Alter von 22 Jahren erstmals in den Rat der Gemeinde Bestwig gewählt und gehört ihm seitdem ununterbrochen an. In der Fraktion der Jungen Bestwiger Liste übernahm er 1993 den Fraktionsvorsitz. Zur Kommunalwahl 1994 erfolgte die „Wiedervereinigung“ zwischen Junger Bestwiger Liste und CDU. Bracht wurde wieder in den Rat gewählt und sofort Vorsitzender der CDU-Fraktion - für fast zehn Jahre. Von 2004 bis 2014 war er Erster Stellvertretender Bürgermeister. Seit der Kommunalwahl im Mai 2014 vertritt er die Interessen der Gemeinde Bestwig im Kreistag des Hochsauerlandkreises.

Urgestein der Kommunalpolitik

„Während seiner nunmehr 25-jährigen Mitgliedschaft im Rat bekleidete er stets verantwortungsvolle Positionen, so als Vorsitzender des Betriebsausschusses für das Abwasserwerk von 2009 bis 2014 oder aktuell als Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses“, betonte Ralf Péus. Auch in zahlreichen Drittorganisationen vertrat und vertritt Bracht die Interessen der Gemeinde. „Besonders erwähnt sei hier seine 25-jährige Tätigkeit im Verwaltungsrat der Sparkasse“, so Péus. Er bezeichnete Bracht trotz seines Alters von gerade mal 47 Jahren als „Urgestein der Kommunalpolitik“. Er wolle hoffen, dass er der Gemeinde mit seinem enorm großen Fachwissen, aber auch mit seiner Gradlinigkeit noch lange erhalten bleibe. „Er sollte sich hier vielleicht das Ziel setzen, als erster Bestwiger Kommunalpolitiker das Goldene Ratsjubiläum zu erreichen. Dann wäre er 72 Jahre alt und könnte Platz für Jüngere machen“, so Péus mit einem Schmunzeln.

Der jüngste Würdenträger

Jüngster Träger der Ehrenmedaille ist seit gestern Abend der 35-jährige Jan Frigger, der sich seit vielen Jahren an verschiedenen Stellen in verantwortungsvollen Positionen für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bestwig einsetzt. Frigger trat 1997 in die Freiwillige Feuerwehr ein, hat aktuell den Dienstgrad des Unterbrandmeisters. Er ist seit 2007 stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, seit 2009 Pressewart der Feuerwehr der Gemeinde Bestwig und darüber hinaus Online-Redakteur der bundesweiten Zeitschrift der Jugendfeuerwehren mit dem Namen „Lauffeuer“.

Motor des Vereins Kultur Pur

Jan Frigger ist seit 2010 ehrenamtlicher Bürgerbusfahrer und war von 2011 bis 2014 Pressesprecher des TuS Velmede-Bestwig. Besonders hob Ralf Péus jedoch Friggers Einsatz für die Kultur in der Gemeinde Bestwig hervor. Der 35-Jährige war von 1998 bis 1999 stellvertretender Vorsitzender und ist seit 1999 (mit eineinhalbjähriger Unterbrechung) Vorsitzender von Kultur Pur. Bestwigs Bürgermeister bezeichnete ihn „als Motor des Vereins“. Kultur Pur stehe für eine hervorragende Kulturarbeit und habe sich über die Jahre auch weit über die Gemeindegrenzen einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Mit einem abwechslungsreichen, interessanten und hochwertigen Kulturprogramm gelinge es Jahr für Jahr nicht nur namhafte Künstler, sondern auch Publikum teilweise von weit her in die Gemeinde zu holen.

„Wenn Jan Frigger jetzt mit der Ehrenmedaille der Gemeinde Bestwig ausgezeichnet wird, mag diese Ehrung auch ein Stück weit als Würdigung der hervorragenden Arbeit aller Aktiven des Vereins Kultur Pur verstanden werden“, betonte Péus.

Als Überraschungsgast war eigens für die Verleihung Kabarettistin Frieda Braun angereist. Sie widmete Frigger ein kleines Bühnenprogramm. Kernaussage: „Wenn die in Berlin den Jan hätten, wären die bis Herbst mit dem Flughafen fertig.“ Und damit die Berliner den engagierten Bestwiger nicht abwerben können, fixiere man ihn nun quasi mit der Ehrenmedaille im Sauerland.

„Kommunalpolitik macht Spaß“

Sowohl Frigger als auch Bracht hoben hervor, dass sie nicht die einzigen seien, die sich engagieren und widmeten die Auszeichnung allen, die sich ebenfalls für die Gemeinde einsetzen. Bracht nutzte die Gelegenheit zudem, um für noch mehr politisches Engagement in der Gemeinde zu werben. „Kommunalpolitik macht Spaß, weil sie nah dran ist“, so der Christdemokrat.

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