Galerie in Schmallenberg-Holthausen inszeniert Farbklänge

Kuratorin Dr. Andrea Brockmann und der Künstler Ulrich Möckel  halten eine Arbeit Möckels mit dem Titel „Landschaft“.
Kuratorin Dr. Andrea Brockmann und der Künstler Ulrich Möckel halten eine Arbeit Möckels mit dem Titel „Landschaft“.
Foto: Torsten Silz
Die Südwestfälische Galerie in Schmallenberg-Holthausen inszeniert Farbklänge. 50 Positionen zeitgenössischer Kunst sind zum Thema „Wie grün sind deine Blätter“ zu sehen.

Schmallenberg.. Es ist ein Experiment, das schon kurz nach dem Start als gelungen bezeichnet werden kann. Erstmals ist die Südwestfälische Galerie im Westfälischen Schieferbergbau- und Heimatmuseum in Schmallenberg-Holthausen jetzt Spielort für zeitgenössische Kunst. Dr. Andrea Brockmann, Schmallenbergs engagierte neue Kulturbüro-Leiterin, hat 55 Arbeiten von 30 Künstlern zusammengestellt, die unter dem Titel „Wie grün sind deine Blätter“ den Ausstellungs-Saal in eine Raum-Installation verwandeln.

Dieses Projekt läuft im Dialog mit der gleichzeitigen kulturhistorischen Schau „Fröhliche Weihnacht überall“ mit Exponaten der Sammlerin Ursula Meyn-Scheck aus Wadersloh.

Von Gelbgrün bis Türkis

Der Besucher ist überrascht, welche Vielfalt sich unter der schlichten Farbbezeichnung „Grün“ zwischen Gelbgrün und Türkis verbirgt. Malerei, Grafik, Fotografie und Objekte verbinden sich in der Palette des Farbklanges zu einer spannenden Sehschule. Eine Papiercollage von Victor Vasarely ist das Glanzstück der Präsentation. Sie wird in Dialog gesetzt mit einer Serigraphie von Rupprecht Geiger. Jeff Koons steuert eine Filzstiftzeichnung bei. Neben diesen berühmten Namen fügen sich bekannte Künstler aus dem Sauerland harmonisch in das Konzept ein: Gabriele Schulz mit einem Triptychon, das bezeichnend „Frühstück im Grünen“ heißt, Thomas Jessen mit einer großformatigen Ölmalerei und Klaus-Peter Kappest mit Fotografien.

Natürlich stehen Natur und Landschaft im Mittelpunkt der größtenteils abstrakten und gestischen Kunst, die sich mit der Farbe „Grün“ beschäftigt. Ein grüner Dürerhase von Ottmar Hörl setzt ironische Akzente ebenso wie Kirsten Kaisers „Greenhorn“, ein umhäkeltes Geweih.

Auch „Greenhorns“ sind vertreten

Im Zentrum steht eine Installation mit blattvergoldeten Tannenquirlen von Ulrich Möckel, die das Grün gleichsam auf seinen Ursprung beim „O Tannenbaum“ zurückführt und dann transzendiert. Denn die Äste in ihren vielfältigen Formen wirken wie seltsame Artefakte aus einem fremden Universum, die heilssuchend auf der Erde gestrandet sind.

Dr. Andrea Brockmann setzt bei ihrer Arbeit nicht nur auf Experimente, sondern vor allem auf Kommunikation. „Mein Anliegen ist es, in der Südwestfälischen Galerie ein Programm aufzulegen, das dem Titel adäquat ist“, macht die Kunsthistorikerin neugierig, die vor ihrer Berufung nach Schmallenberg u.a. die Galerie Münsterland in Emsdetten geleitet hat.

Die Ausstellung ist bis 2. Februar im Westfälischen Schieferbergbau- und Heimatmuseum in Schmallenberg-Holthausen zu sehen. www.museum-holthausen.de

 

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