Freienohler Bad steht auf der Kippe

Ute Tolksdorf
Für die Zukunft des Freienohler Bades sieht es zurzeit düster aus. Die Stadt hat die Bedingungen für die Vertragsverlängerung mitgeteilt. Der ehrenamtliche Vorstand des Trägervereins ist damit nicht einverstanden.
Für die Zukunft des Freienohler Bades sieht es zurzeit düster aus. Die Stadt hat die Bedingungen für die Vertragsverlängerung mitgeteilt. Der ehrenamtliche Vorstand des Trägervereins ist damit nicht einverstanden.
Foto: WP
  • Der Bestand des Freienohler Lehrschwimmbeckens ist gefährdet.
  • Die Stadt hat die Bedingungen für die Vertragsverlängerung mitgeteilt. Sie will keine Investitionspauschale zahlen
  • Der ehrenamtliche Vorstand des Trägervereins hat seinen Rücktritt angekündigt..

Freienohl.  Der Bestand des Freienohler Bades steht nach zehn Jahren - geräuschloser Arbeit - erneut auf der Kippe. Der Vorstand des Trägervereins hat seinen Rücktritt angekündigt und den Vereinen, die das Bad nutzen, seine Entscheidung bereits mitgeteilt. Der Grund sind unterschiedliche Vorstellungen über die nötige finanzielle Förderung. Falls sich bis zur Mitgliederversammlung im Herbst kein neuer Vorstand findet, würde das das Ende des Bades bedeuten. Mehr als 30 000 Badegäste pro Jahr wären betroffen.

In nicht-öffentlicher Sitzung hatte der Stadtrat seinen Vorschlag zur Vertragsverlängerung mit dem Trägerverein des Lehrschwimmbads gemacht. Doch damit ist der Trägerverein nicht einverstanden. „Der Vorstand hat diesen eingehend geprüft. Unter den darin beschriebenen Rahmenbedingungen traut der Vorstand des Trägervereins sich die Leitung des Bades nicht zu“, teilen Dr. Andreas Götzen und Sabina Klasmeier mit. Das habe man Bürgermeister Christoph Weber und Kämmerer Jürgen Bartholme in einem persönlichen Gespräch auch mitgeteilt.

Die Forderungen

Der Vorstand hatte schon Ende 2015 seine Berechnungen Verwaltung und Politik vorgestellt. Der Betriebskostenzuschuss inklusive der Erstattung für das Schulschwimmen müsse, schon um die Inflation auszugleichen, von 48 000 Euro im Jahr auf 76 000 Euro angehoben werden. Um dringend benötigte Sanierungen zu tätigen, hatte der Vorstand zusätzlich einen Investitionskostenzuschuss von 100 000 Euro gefordert und dafür auch schon konkrete Maßnahmen genannt: Reparatur des maroden Beckenkörperumlaufs (25 000 Euro), Austausch des Filters von 1975 (40 000 Euro) und Reparatur des undichten Schwallwasserbehälters (25 000 Euro). Götzen: „Unsere Zahlen sind nachvollziehbar und logisch.“

Das Angebot

Die Stadt hat angeboten, den Betriebskostenzuschuss angemessen zu erhöhen. Zu dieser Summe sagt Götzen, da sei man schon „auf der Zielgeraden“. Ihn ärgert, dass die Stadt dem Vorstand beim Investitionskostenzuschuss nicht genug entgegengekommen ist. „Wir sollen zusammen mit der Stadt einen weiteren Investitionsplan erstellen, getrennt nach förderfähigen und nicht-förderfähigen Projekten“, sagt Götzen. „Über die Finanzierung soll dann im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden werden.“

Die Probleme

Andreas Götzen ärgert sich über Zeitverzögerung und Probleme, die so ein Verwaltungsweg bedeuten würde. „Erst wenn der Filter tatsächlich kaputt geht, können wir ein Angebot einholen und ihn - wenn der Rat zustimmt - ersetzen lassen.“ Dafür müsse er aber dann das Bad möglicherweise über Wochen schließen. „Das können wir uns nicht leisten. Ich muss sowas planen können.“ Sein Vorwurf: „Die Stadt will nicht vorbeugend investieren.“

Die Stadt

Das weist Stadtpressesprecher Jörg Fröhling zurück. „Natürlich sind auch vorbeugende Investitionen möglich. Dazu brauchen wir aber erstmal die Bereitschaft des Vorstands, weiter mitzuarbeiten.“ Noch wisse man nicht, wie hoch die Kosten im Einzelfall genau würden. „Wir können keine pauschalen Investitionskosten überweisen. Das macht die Stadt an keiner Stelle. Wir müssen die Kosten verifizieren und das letzte Wort hat dann immer der Rat. Es geht schließlich um Steuergelder.“