Fluchtversuch: Armenischer Realschüler nicht abgeschoben

Foto: dpa
Der 18 Jahre alte armenische Realschüler aus Bestwig, der am Dienstagabend in seine Heimat hätte abgeschoben werden sollen, hat sich bei einem Fluchtversuch verletzt und liegt nun in einem Kölner Krankenhaus.

Bestwig/Köln.. Wie die Kreisverwaltung mitteilt, sei der 18-Jährige in Begleitung zweier Bundespolizisten auf eine Zigarette in einem Raucherbereich des Flughafens gewesen. Von dort aus habe er den Fluchtversuch unternommen und sei weggerannt. Beendet sei seine Flucht gewesen, als er von einer zwei Meter hohen Mauer sprang und sich dabei einen Oberschenkel brach.

Der 18-Jährige wird derzeit in einem Kölner Krankenhaus behandelt. Auf die Abschiebung seiner 20 Jahre alten Schwester hatte der Fluchtversuch keine Auswirkungen. Sie musste - wie vorgesehen - um 18.15 zurück nach Armenien.

Derweil melden sich nun die Eltern der beiden Jugendlichen zu Wort. Auch sie sind ausreisepflichtig, dürfen allerdings noch in Deutschland bleiben, weil für ihr Neugeborenes noch ein Asylverfahren läuft. Ihre Kinder seien das perfekte Beispiel für gelungene Integration. Für die beiden sei es ein Schock gewesen, von jetzt auf gleich aus dem Alltag gerissen zu werden und all ihre Ziele aufgeben zu müssen. Nachdem die Ausländerbehörde am Dienstagmorgen um 6 Uhr bei der Familie geklingelt hatte, um den 18-Jährigen und seine Schwester abzuholen, hatte sich auch der Vater auf den Weg zum Flughafen gemacht, um seinen Kindern beizustehen. Vom Fluchtversuch seines Sohnes erfuhr er allerdings erst, als der Krankenwagen vorfuhr.

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