Fläche „Saalhauser Berge“ soll ruhen

Eine Fotomontage: Windkraftanlagen in Werntrop im Bereich „Saalhauser Berge“.
Eine Fotomontage: Windkraftanlagen in Werntrop im Bereich „Saalhauser Berge“.
Foto: WP

Schmallenberg..  Die „Saalhauser Berge“ sollen als mögliche Fläche für Windkraftanlagen erst einmal aus der weiteren Betrachtung herausgenommen werden. Das hat gestern Klimaschutzmanager Helmut Hentschel erklärt.

Die Stadt Schmallenberg hat bei der schrittweisen Auswahl in den vergangenen eineinhalb Jahren die Zahl geeigneter Flächen von anfangs mehr als 50 zunächst auf sechs und dann auf drei besonders gut geeignete Flächen eingegrenzt. Jetzt soll die Fläche Saalhauser Berge aber „ruhen“.

Auslöser dafür ist das Windenergiekonzept Südwestfalen der Bezirksregierung. „Der erste Abgleich mit den Planungen in Schmallenberg hat das bisherige Vorgehen der Stadt im wesentlichen bestätigt, für die Saalhauser Berge gab es aber neue Erkenntnisse“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. „So ist das bis an die Stadtgrenze reichende Erholungsgebiet in Saalhausen als Kurgebiet festgesetzt. Kurgebieten wird ein hoher Schutz zugesprochen, der sich in entsprechenden Abständen zu beeinträchtigenden Nutzungen niederschlägt.“ Die Bezirksregierung Arnsberg veranschlagt in ihren Untersuchungen pauschal einen Abstand von 1.200 Metern. „Da bleibt von der Fläche Saalhauser Berge nichts mehr übrig“, erklärt Hentschel. Und weiter: „Das ist ein Verlust.“ Die „Saalhauser Berge“ machten immerhin 40 Prozent der zuletzt untersuchten Flächen aus. „Uns war klar, dass noch Flächen herausfallen können“, fügt Hentschel hinzu. „Und es können auch immer noch Flächen wegfallen – zum Beispiel wegen Artenschutz.“

Die Verwaltung spricht nicht davon, die Fläche „Saalhauser Berge“ aufzugeben – sie soll nur „ruhen“. Langfristig könnten zum Beispiel Schutzziele (wie ein Kurgebiet) differenzierter betrachtet und Abstände so kleiner werden. Eine andere Möglichkeit wäre, dass Lennestadt das Kurgebiet verkleinert. Eine erste informelle Anfrage habe allerdings gezeigt, dass in dieser Hinsicht kein Interesse bestehe.

Für Bürgermeister Bernhard Halbe ist die aktuelle Entwicklung normaler Teil eines systematischen Planungsprozesses, in dem man nach Vorbereitungen die Beteiligten Schritt für Schritt einbezieht.

Die Einschätzung der Bezirksregierung zu den anderen beiden Flächen (Habichtsscheid und Bracht/Knüppelhagen – beide in Bödefeld), die im Stadtgebiet für die Windenergienutzung weiter untersucht werden, lautet: „Beide liegen in konliktärmeren Bereichen.“

An den Habichtsscheid angrenzend ist auf dem Stadtgebiet Winterberg der „Ochsenscheid“ als Standort für Windenergieanlagen planerisch fortgeschritten. In einer Versammlung haben die Bürger in Altenfeld signalisiert, dem geplanten Windpark positiv gegenüber zu stehen. „Die Sichtbarkeit von Bödefeld aus ist nicht wegzudiskutieren“, sagt Helmut Hentschel. „Nach diesem Signal aus Winterberg werden beide Städte sich demnächst darüber abstimmen, wie ein Windpark beiderseits der Stadtgrenze so angelegt werden kann, dass er die Menschen in Bödefeld und das Landschaftsbild möglichst wenig beeinträchtigt.“

 
 

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