Fit für den Beruf und reif für die Oberstufe

Von Ute Tolksdorf
Informationsveranstaltung zur Sekundarschule in der Stadthalle mit Dr. Ernst Rösner, Margot Freise, Franz Stratmann, Bürgermeister Uli Hess, Detlev Pecko, Barbara Falke, Klaus van der Straeten und Gisela Bartsch.
Informationsveranstaltung zur Sekundarschule in der Stadthalle mit Dr. Ernst Rösner, Margot Freise, Franz Stratmann, Bürgermeister Uli Hess, Detlev Pecko, Barbara Falke, Klaus van der Straeten und Gisela Bartsch.
Foto: WP

Meschede.  Die letzten Bedenken zur Sekundarschule konnten die Experten den rund 250 Zuhörern in der Stadthalle sicher nicht nehmen. Aber sonst informierten die Stadt, die Schulleiter von Haupt- und Realschule sowie Dr. Ernst Rösner vom Institut für Schulentwicklung umfassend.

Die Sorgen: 20 Prozent mehr Lehrer hat das Land versprochen - hält es dieses Versprechen? Ich möchte keinen Ganztag für mein Kind - gibt es eine Alternative? 25 Kinder Mindestgröße - bleibt es auch bei dieser Klassenstärke, oder werden es doch mehr Schüler? Wäre die Gesamtschule nicht die bessere Lösung? Und die ganz persönliche Sorge, die sich hinter allen Fragen verbarg: Ist die Sekundarschule die richtige Schule für mein Kind?

Für Dr. Ernst Rösner steht die Antwort fest: Die Sekundarschule ist eine Chance für jedes Kinder - und für die Stadt. Seine Thesen untermauerte er mit Zahlen und Diagrammen:

Die Schülerzahlen werden auch hier in Meschede schon bald dramatisch einbrechen.

Die Eltern wollen für ihre Kinder gymnasiale Standards.

Im NRW-Vergleich erreichen in Meschede viel zu wenig Kinder einen gymnasialen Abschluss.

Dem gebundenen Ganztag gehört die Zukunft.

Und: In wenigen Jahren wird es die Hauptschule - ganz egal welche Einzelleistung eine Schule bringt, nicht mehr geben.

Rösner betonte: „Für Meschede ist es angesichts dieser Entwicklung und mit seinem starken Angebot an gymnasialen Oberstufen die Sekundarschule der richtige Weg.“ Und er ergänzte: „Damit bleibt der Weg zu einer möglichen späteren Gesamtschule ja offen.“

Wie die Sekundarschule arbeiten kann, darüber hatten sich die Schulleiter von Haupt-, Real- und Elisabeth-Sonderschule mit ihren Kollegien und in Absprache mit den beiden kooperierenden Gymnasien sowie dem Berufskolleg schon ganz konkret Gedanken gemacht. „Dabei wollen wir das Gute und Erprobte, was es an unseren Schulen schon gibt beibehalten, und einen sanfteren Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule ermöglichen“, betonte Margot Freise, Schuleiterin der St.-Walburga-Hauptschule.

Individuelle Förderung schwacher, aber auch guter Schüler stehe ganz oben auf dem Lehrplan. „Wir machen fit für den Beruf und reif für die Sekundarstufe II. „Rechtzeitig“, so betonte Franz Stratmann, Schulleiter der Städtischen Realschule, wolle man sich den Veränderungen stellen.

Den neuen Stundenplan stellte Detlev Pecko, Leiter der Konrad-Adenauer-Schule vor: „Der Tag startet mit einer Förderstunde für jedes Kind. Wir lösen uns vom 45-Minuten-Raster, der gebundene, das heißt verpflichtende Ganztag montags, mittwochs und donnerstags soll dazu führen, dass im Anschluss keine Hausaufgaben nötig sind.“ Dienstags und freitags wird eine freiwillige Betreuung angeboten. Der Schultag startet zwischen 7.15 und 7.30 Uhr und endet um 15.20 Uhr.

Ab der Klasse sieben sollen die Kinder je nach Neigung Sprachen, technische oder praktische Fächer hinzuwählen können. In der Klasse acht kommt freiwillig die dritte Fremdsprache hinzu. In der gesamten Klasse zehn leisten die, die im Anschluss eine Ausbildung machen wollen, einmal pro Woche ein ganztägiges Berufspraktikum. Auch eine von den Errungenschaften, die sich an den Hauptschulen bewährt hat. Pecko: „Wir haben schon einige aus diesen Praktika direkt in die Ausbildung vermittelt.“

Rösner, der die Sekundarschule mitentwickelt hat, ist von ihrer Zukunftsfähigkeit überzeugt. Er sagt: „Das ist eine Schulform für jedes Kind, egal ob lernschwach oder hochbegabt.“

Der weitere Zeitplan:

20. September: Der Rat entscheidet über den Fragebogen.

24. September: Dritt- und Viertklässler erhalten die Fragebögen.

24. September, 20 Uhr: Infoveranstaltung für Eltern in der Grundschule unterm Regenbogen.

25. September: Infoveranstaltung für Eltern in der St.-Nikolaus-Grundschule.

28. September: Rückgabe des Fragebogens.

31. Oktober: Rat entscheidet über Antrag auf Sekundarschule.

Anfang 2013 Anmeldung der Kinder für die Sekundarschule.