Feuerwehr in Meschede bleibt ehrenamtlich

Sie haben einen anderen Beruf und sind Feuerwehrleute im Ehrenamt: Einsatzkräfte aus Meschede, hier bei der Bekämpfung eines Großbrandes bei einer Abfallsortieranlage im Gewerbegebiet Enste.
Sie haben einen anderen Beruf und sind Feuerwehrleute im Ehrenamt: Einsatzkräfte aus Meschede, hier bei der Bekämpfung eines Großbrandes bei einer Abfallsortieranlage im Gewerbegebiet Enste.
Foto: WP
Die Stadt Meschede muss weiterhin keine hauptamtlichen Feuerwehrleute einstellen. Die Bezirksregierung hat eine Ausnahmegenehmigung bis zum Jahr 2020 verlängert.

Meschede..  Normalerweise müssen Städte ab 25 000 Einwohnern eine Wache mit Berufsfeuerwehrleuten vorhalten - es sei denn, sie können nachweisen, dass auch die ehrenamtlichen Kräfte die Anforderung erfüllen. In Meschede wird es allerdings zahlenmäßig knapp.

Die 450er-Marke müssen die Löschzüge und -gruppen im Stadtgebiet halten, so steht es im Brandschutzbedarfsplan. Aktuell sind 458 Frauen und Männer bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv - also nur 8 mehr als gefordert. „Die Zahlen sind aber konstant. Für die nächsten fünf Jahre ist es sichergestellt, dass wir die Vorgaben einhalten werden“, berichtete Wehrführer Hubertus Schemme jetzt bei der Vorstellung des Jahresberichts.

Altersgrenze erhöhen

Und was geschieht in Zukunft angesichts schrumpfender Bevölkerungszahlen und weniger junger Menschen? Auf Landesebene gibt es dazu erste Antworten. Unter dem Titel „Feuerwehrehrensache“ laufen Pilotprojekte in verschiedenen Kommunen: Zum einen wird geprüft, ob die Altersgrenze für aktive Feuerwehrleute über die 60 Jahre hinaus angehoben werden kann. Schemme wäre dafür: „Derzeit verabschieden wir Leute, die noch fit sind und noch ein paar Jahre einsatzbereit wären, in die Alters- und Ehrenabteilung.“ Zum anderen wird überlegt, die 16- und 17-Jährigen bereits verstärkt in den aktiven Dienst einzubinden. Auch vor Ort werden neue Konzepte gesucht. Politik und Verwaltung wollen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr beraten, wie neue Mitglieder für die Löschzüge und -gruppen gewonnen werden können. Was alle Beteiligten auch wissen: Sollte Meschede einmal nicht mehr allein auf eine Freiwillige Feuerwehr setzen können, wird es teuer.

Die Stadt müsste mehrere hauptamtliche Kräfte für drei Schichten finanzieren, die unterstützt von den Ehrenamtlichen für Hilfeleistungen, Brandschutz und Feuerbekämpfung zuständig wären.

Stellvertreter bestätigt

Derzeit ist auch die oberste Leitungsebene noch komplett ehrenamtlich. Die beiden Stellvertreter von Hubertus Schemme (Meschede) wurden vom Stadtrat für weitere sechs Jahre bestätigt: Es sind Stadtbrandinspektor Stefan Odoj (Freienohl) und Stadtbrandinspektor Johannes Thüsing (Olpe).

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