Feldversuch an einem geheimen Ort gestartet

Christof Donner rüstet auf eigene Kosten in Freienohl Straßenlampen mit LED-Leuchten aus.
Christof Donner rüstet auf eigene Kosten in Freienohl Straßenlampen mit LED-Leuchten aus.
Foto: WP

Freienohl.  Wetten, dass Sie den Unterschied nicht bemerken? Christof Donner ist sich da jedenfalls sicher. Auf eigene Kosten verwirklicht er in Freienohl einen ungewöhnlichen Feldversuch. Fünf Straßenlampen hat er mit Leuchtdioden umgerüstet. Damit will er den Beweis antreten: Die LED-Technik an unseren Straßen ist doch machbar – und das zu vertretbaren Preisen.

Wie berichtet, hatte der Mescheder Stadtrat eine Umrüstung der herkömmlichen Straßenlampen auf Leuchtdioden vorerst abgelehnt: Zu teuer, noch nicht ausgereift, zu viele verschiedene Systeme wegen fehlender Normen, hieß es zur Begründung. Christof Donner wurmte das: „Schließlich setzen so viele Unternehmen auf die LED-Technik.“

Der selbstständige Lichtberater empfiehlt täglich seinen Kunden eine Umstellung. Er suchte das Gespräch mit Hochsauerlandwasser, in deren Geschäftsbereich auch die Straßenbeleuchtung fällt. „Wir sind ja im Grunde der LED-Technik gegenüber nicht abgeneigt“, sagt Geschäftsführer Christoph Rosenau. Deshalb gab es am Ende auch die Zustimmung zum Feldversuch vor Ort in Freienohl: „Das ist doch sein starkes Entgegenkommen“, meint Rosenau.

Denn auch die HSW ist an mehr Wissen interessiert. Deshalb sind die Standorte der fünf Lampen geheim. Unvoreingenommen soll so herauskommen, ob es überhaupt jemandem auffällt, dass da Veränderungen vorgenommen wurden: Wie wird das LED-Licht empfunden? Beschwert sich jemand darüber?

Christof Donner hat eine vierstellige Summe in Leuchten investiert, auf seine Kosten einen Hubwagen zum Einbau gemietet, sie in seiner freien Zeit eingebaut. Das darf nicht jeder, öffentliche Lampen verändern. Donner darf es, und er ist als gelernter Elektriker vom Fach.

Was er da aufgenommen hat, mutet ein bisschen wie David gegen Goliath an. Der Kleinunternehmer gegen den Leuchtenhersteller Trilux. Denn bei den Vergleichszahlen greifen Hochsauerlandwasser und die Stadt Meschede auf Zahlen von Trilux zurück. Dessen Systeme werden in Meschede, Bestwig und Olsberg verwendet. Von den 4269 Leuchten im Stadtgebiet stammen die häufigsten zwei Typen von Trilux, alleine 2827 Stück. Bei einer Umrüstung, argumentierte Trilux gegenüber Christof Donner, müsste der komplette Leuchtkörper, in dem das Leuchtmittel steckt, ausgetauscht werden. 800 Euro plus Montage, kam heraus. Das rechne sich erst nach 57 Jahren – zu teuer, befand da auch der Mescheder Rat.

Zweifel an der Rechnung

Der Ein-Mann-Unternehmer Donner zweifelt das an. Er meint, es müsse eben nicht der gesamte Leuchtkörper, sondern nur das Leuchtmittel ausgetauscht werden. Kosten dafür: 50 bis 70 Euro das Stück. Das rechnet sich schon eher. Die Trilux-Fachleute halten entgegen, man dürfe in bestehende Leuchten nicht eingreifen: Bei Veränderungen erlische deren Betriebserlaubnis. Donner kommt zu anderen Schlüssen: Die Erlaubnis bleibe. Der Grund ist sehr technisch: Früher, sagt er, hätte man bei den ersten LED-Leuchten noch die Verdrahtung verändern müssen. Das sei heute aber nicht mehr der Fall: „Die Technik ist viel weiter.“

Donner glaubt: „Es wird keiner einen Unterschied bemerken.“ Oder vielleicht im Positiven: Die LED liefere das bessere Licht ab, es wirke heller. Und: Leuchtdioden würden 50.000 Betriebsstunden aushalten, über zehn Jahre. Herkömmliche Leuchtröhren sollen bislang alle ein bis zwei Jahre ausgetauscht werden.

Der 46-Jährige hat gerade in einem mittelständischen Unternehmen 900 Leuchtstoffröhren durch Leuchtdioden ersetzt. 45.000 Euro musste der Unternehmer dafür investieren. Donner sagt: Amortisiert seien diese Kosten „in unter zwei Jahren“. Und dann liege der Verbrauch der einzelnen LED bei 20 Watt. Die alten Lampen verbrauchten 70 Watt. Und ein praktischer Vorteil: „Es wird nicht mehr flackern im Betrieb.“

Natürlich wolle er nicht den Auftrag erhalten, ganz Meschede mit Leuchtdioden auszustatten: „Das sprengt ja meine Möglichkeiten.“ Ohnehin sollte es keinen flächendeckenden Austausch geben, sondern nur dort, wo es Sinn mache. Donners primäres Ziel in diesem Feldversuch ist eher sportlich: „Ich hoffe, dass ein Umdenken einsetzt.

 
 

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