Expertin warnt vor Fallstricken beim Einsatz von Drohnen

Kerstin Bach stammt aus Wehrstapel und  ist stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband Copterpiloten e.V.
Kerstin Bach stammt aus Wehrstapel und ist stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband Copterpiloten e.V.
Foto: Privat
  • Kerstin Bach aus Wehrstapel ist stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband Copterpiloten
  • Sie rechnet mit einerFührerscheinpflichtfür Piloten von fliegenden Objekten
  • Rund 400 000 Copter sind nach ihrer Einschätzung allein in Deutschland unterwegs

Wehrstapel/Köln.  Drohnen - das Wort hört Kerstin Bach gar nicht gern. „Dabei denken die meisten an militärische Flugobjekte mit der Lizenz zu töten.“ Sperriger doch korrekter, sei der Begriff „unbemannte Luftfahrtsysteme“ oder das englische Wort „Multi-Copter“. Kein Wunder, dass die 50-jährige Wehrstaplerin es so genau nimmt, sie ist stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband Copterpiloten e.V.

Als Kerstin Glienke zog sie nach dem Abi in die Welt. Marketing für Quelle und Grundig waren ihre Schwerpunkte in Nürnberg und München, bevor sie das Heimweh packte und sie zurück nach Nordrhein-Westfalen kam. „Ich wollte wieder Brötchen statt Semmeln beim Bäcker bestellen.“

In Köln machte sie sich mit einem Dienstleistungsunternehmen für Marketing und Vertriebsaufgaben mit angeschlossenem Werbemittelgroßhandel selbstständig und lernte auch ihren Mann kennen. Auch er kam aus der Kommunikationsbranche.

„Image-Filme gehörten für uns beide schon lange zum Geschäft“, erzählt sie. Ja, und dann kamen wie von selbst die Copter dazu und mit der geplanten Neuregelung für Drohnen-Flüge auch die Gründung des Bundesverband Copterpiloten (BVCP). Der Verband hat sich zur Aufgabe gemacht den Erfahrungsaustausch zum Einsatz von Copter zwischen Behörden, Luftaufsichtsämtern, Industrie und Copter-Piloten zu fördern. Es gelte, so Kerstin Bach, die unterschiedlichen Interessen wirtschaftlicher Unternehmen und behördlicher Einrichtungen sowie die der privaten Nutzer mit dem Sicherheit-und Schutzbedürfnis der Allgemeinheit in Einklang zu bringen.

Wer wissen will, was Kerstin Bach macht, kann sich ihre Filme bei Facebook oder online unter „Helikopter-Mami“ ansehen. Da kreist die Kamera über dem Brautpaar, das in einem Schlossgarten steht. Oder sie fliegt auf das Fenster einer malerisch gelegenen alten Burg zu, bevor sie zeigt, was sich im Innern an Ausstellungsstücken verbirgt. Auch die Auslieferung des jüngsten I-Phone wurden von Bachs Multicopter „Willy“ werbewirksam begleitet. Bei aufwendigen Produktionen fliegt sie selbst nicht mehr, sondern steuert als Regisseurin die Kamerateams.

Hund entlaufen

„Als stellvertretende Vorstandsvorsitzende im Verband mache ich aber noch viel mehr“, berichtet sie. „Eigentlich bin ich fast rund um die Uhr ansprechbar.“ Da ruft jemand an, dem der Hund entlaufen ist und der nun einen Copter-Piloten sucht, sie organisiert die Copter-Stammtische oder berät - egal ob Mitglied oder nicht - in grundsätzlichen Fragen. Ihr Mann Christoph Bach ist im Bundesverband für die Lobby-Arbeit zuständig. Klar, dass beiden die Zukunft der Copter am Herzen liegt.

„Rund 400 000 Copter sind in Deutschland unterwegs“, sagt Kerstin Bach. Deshalb sei die Neuregulierung dringend notwendig. Daneben wünscht sie sich eine Aufklärungskampagne. „Es wird immer leichter und günstiger Copter zu fliegen. Jede Menge werden am Heiligen Abend unter dem Weihnachtsbaum liegen. Ohne, dass der Beschenkte weiß, welche rechtlichen Fallstricke ihn erwarten.“

Mit gutem Beispiel vorangehen

Der Bundesverband Copterpiloten will vor allem verhindern, dass eine allgemeine Panik und Verunsicherung die Regeln für das Copter-Fliegen diktiert und die Branche ausgebremst wird. „Lieber wollen wir selbst das Heft in die Hand nehmen und mit gutem Beispiel voran gehen“, heißt es auf der Homepage. Unter anderem deshalb hat der Verband eine Selbstverpflichtung der Copterpiloten, die „Aerial Culture“, eine Art Ehrenkodex, eingebracht.

Diese verlangt unter anderem, dass gewerbliche Copterpiloten stets alle Genehmigung einholen, dass jeder - ob privat oder gewerblich - die Privatsphäre anderer respektiert und sich stets über lokale Vorschriften vorab informiert. Piloten fliegen stets „safe“, halten sich an die Vorschriften für Flugsicherheit und den Betrieb des Copters sowie an die gesetzlichen Bestimmungen. Ca. 300 Mitglieder, 600 Personen, haben sich seit Mai diesen Jahres im Bundesverband organisiert.

Kerstin Bach übrigens, hat schon längst ihren eigenen privaten Copter-Flug über Meschede im Kopf. „Er soll über Eversberg, Wehrstapel und den Hennesee gehen. „Einmal haben wir sogar schon mit dem Kamerateam an der Himmelstreppe gestanden“, erinnert sie sich „Alle Genehmigungen waren eingeholt. Da aber hat es so sehr geregnet, dass wir nicht aufsteigen konnten.“ Der Traum vom Fliegen über Meschede - aufgeschoben aber deshalb noch lange nicht ausgeträumt.

Hintergrund

Bis zum 21. Oktober hatte der Bundesverband der Copterpiloten Zeit eine Stellungnahme zur Neuregulierung des Drohnenflugs abzugeben. Alle Mitglieder waren aufgefordert, sich einzubringen.


Kerstin Bach rechnet mit einer Führerscheinpflicht für Copterpiloten.

Schon jetzt ist es nicht erlaubt über Unglücksorte, Menschenansammlungen, Polizeieinsätze, Justizvollzugsanstalten, Energieunternehmen oder im Umkreis von 1,5 km zu Flughäfen zu starten.


Eine Haftpflichtversicherung ist immer Pflicht!


Weitere Informationen über den Bundesverband unter bvpc.de.

 
 

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