Es darf auch gerne ein bisschen schrill sein

Die ersten umdesignten Stühle sind schon fertig gestellt.
Die ersten umdesignten Stühle sind schon fertig gestellt.
Foto: WP
Mit einer großen Stuhl-Design-Aktion soll für den ersten Mescheder „Tag der Nachbarschaften“ geworben werden. Noch bis Freitag können sich Einrichtungen, Schulen und Institutionen, aber auch Einzelpersonen oder Gemeinschaften für die bunte Aktion anmelden. Alle dabei gestalteten Stühle werden am verkaufsoffenen Sonntag am 5. Mai in der Fußgängerzone viele Sitzecken bilden – und dadurch wiederum auf den Nachbarschaftstag am 21. September aufmerksam machen.

Meschede.  Mit einer großen Stuhl-Design-Aktion soll für den ersten Mescheder „Tag der Nachbarschaften“ geworben werden. Noch bis Freitag können sich Einrichtungen, Schulen und Institutionen, aber auch Einzelpersonen oder Gemeinschaften für die bunte Aktion anmelden. Alle dabei gestalteten Stühle werden am verkaufsoffenen Sonntag am 5. Mai in der Fußgängerzone viele Sitzecken bilden – und dadurch wiederum auf den Nachbarschaftstag am 21. September aufmerksam machen.

Alle können mitmachen

Mit einem weißen Stuhl auf rotem Hintergrund werben die beiden Projektwerkstätten „Vereinsamung entgegenwirken“ und „Vielfalt“ für ihre Aktion. Warum ein Stuhl? Ganz einfach: Der ist symbolträchtig. „Es braucht nicht mehr als einen Stuhl, um sich auf unkomplizierte Weise mit den Nachbarn zusammenzusetzen“, sagt Christina Sondermann, eine der Organisatoren. Am 21. September sollen diese Nachbarschaften im ganzen Stadtgebiet belebt werden. Unkompliziert soll das sein: Die Projektwerkstätten geben nur das Datum vor und rühren die Werbetrommel, alles andere soll vor Ort in jeder Straße, jeder Gemeinschaft individuell gefunden werden.

Nach den Osterferien soll der Startschuss für die Stuhl-Gestaltung fallen. Und nach dem 5. Mai sollen die kunstvollen Stühle in Schaufenstern ausgestellt werden. Knapp 80 Stuhl-Rohlinge zur freien Gestaltung hält die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Hochsauerland GAB aktuell vor. Denn Geschäftsführerin Michaele Dommes findet die Nachbarschafts-Aktion gelungen: Alle können mitmachen, jung, alt, behindert, gleich welchen Hintergrundes – „da wird Einsamkeit thematisiert“. Oft denke man, sagte sie bei der Projektvorstellung, hier auf dem Land kenne sich jeder: „Das stimmt aber nicht. Von unseren Arbeitslosen zum Beispiel hören wir oft, dass sie nicht wissen, wer ihr Nachbar ist.“

Am Tisch zusammenfinden

Bei der Gestaltung der Stühle ist jeder völlig frei – gerne dürfen sie bunt, fantasievoll, auch schrill sein. Christina Sondermann ist schon ganz gespannt: „Jeder Stuhl wird eine eigene Handschrift tragen.“ Die ersten umgestalteten Stühle sind schon fertig, gestaltet zum Beispiel von den Kolping-Bildungsstätten, der Tagespflege im Haus Schamoni und vom Bernhard-Salzmann-Haus.

Die Stuhl-Aktion wird jetzt zum Beispiel auch im Kunstunterricht am Städtischen Gymnasium aufgegriffen - Lehrerin Ute Mühlenbein orderte gleich 18 Stühle auf einmal. Stephan Köhler vom Marcel-Callo-Haus (da wird auch mitgestaltet) glaubt an den Erfolg: „Wir sind selber Nachbarn und haben Nachbarn. Alle, die so verschieden sind, finden an einem Tisch zusammen und lernen sich kennen.“

 
 

EURE FAVORITEN