Ergebnisoffene Prüfung

Bislang liegen die Aufgaben eines Jugendamtes noch bei Kreisverwaltung.
Bislang liegen die Aufgaben eines Jugendamtes noch bei Kreisverwaltung.
Foto: www.blossey.eu
Bislang ist Meschede noch über den Kreis mitversorgt - jetzt wird geprüft, ob für die Stadt ein eigenes Jugendamt Sinn macht.

Meschede.  Jahrelang sind Stellen im Rathaus abgebaut worden. Jetzt könnte es möglicherweise in die andere Richtung gehen: Die Stadt Meschede prüft die Einrichtung eines eigenen Jugendamtes. Den indirekten Anstoß dafür gab ausgerechnet der Hochsauerlandkreis.

Von einer „Druckwelle“ sprach Maria Gödde-Rötzmeier (UWG), von einer „Unruhe bei der Kreisverwaltung“, die durch den Antrag ihrer Fraktion ausgelöst worden sei: Ein eigenes Jugendamt, das ist schon seit langem ein Wunsch der Unabhängigen Wählervereinigung - sie erntete dafür anfangs sogar Spott von der CDU.

Ergebnis ist offen

Jetzt ist die UWG dem Ziel ein Stück näher gerückt: Einstimmig hat der Stadtrat beschlossen, diesen Vorschlag zu prüfen. „Ergebnisoffen“, wie alle Seiten betonten. Das heißt: Es kann auch sein, dass am Ende kein eigenes Jugendamt eingerichtet wird, wenn die Fakten dagegen sprechen. Ab sofort wird die Möglichkeit geprüft. Und die Fraktionen treibt eine Verärgerung an.

Bisher sind die Aufgaben des Jugendamtes an den Hochsauerlandkreis ausgelagert. Die Mitarbeiter dort sind für fast alle heimischen Kommunen zuständig, nur Arnsberg, Sundern und Schmallenberg haben sich abgekoppelt. Auf Wunsch des Ausschusses für Generationen, Freizeit, Bildung und Soziales berichteten Mitarbeiter des Kreisjugendamtes regelmäßig im Rathaus über ihre Arbeit. Diese vergangenen beiden Sitzungen müssen denkwürdig gewesen sein. „Da sind zu viele Fragen zu den Mescheder Verhältnissen offen geblieben“, kritisierte Gödde-Rötzmeier den Auftritt. Von einen „Verbesserungsbedarf beim Informationsfluss“ sprach CDU-Fraktionschef Marcel Spork. Die Unzufriedenheit mit dem Kreisjugendamt war zu spüren.

Hinzu kommt eine finanzielle Seite: Die Stadt Meschede wird im Jahr 2016 insgesamt 6,35 Millionen Euro Umlage für das Kreisjugendamt zahlen. Das sind 910 000 Euro mehr als vorgesehen. „Es gibt viele gute Beispiele von vergleichbaren Kommunen, die ein eigenes Jugendamt eingerichtet haben“, betonte Gödde-Rötzmeier. Sie warb dafür, Schritt für Schritt vorzugehen und die Prüfung jetzt einzuleiten. Dafür gab es Zustimmung von allen Fraktionen. „Wenn wir Geld, das wir jetzt per Umlage weggeben, selbst einsetzen können, dann ist das gut“, erklärte Jobst Köhne (FDP). Er schlug sogar vor, unter diesem Gesichtspunkt die Einrichtung weiterer eigener Ämter zu prüfen.

Voraussichtlich nicht günstiger

Günstiger würde ein eigenes Jugendamt allerdings voraussichtlich nicht werden: Er habe mit verschiedenen Kommunen telefoniert, berichtete Jürgen Lipke (SPD): „Es wird nicht billiger, aber es hat einen Mehrwert. Ich glaube, dass wir eventuell besser damit fahren, wenn wir es in eigener Regie führen.“ Mechthild Thoridt (Grüne) forderte: „Wir brauchen richtig gute Leute, dann können wir sehr viel erreichen.“ CDU-Fraktionschef Marcel Spork erklärte, er hoffe darauf, in einigen Monaten eine Entscheidungsgrundlage zu bekommen. Daran will die Verwaltung jetzt arbeiten. Kämmerer Jürgen Bartholme sagte: „In anderen Kommunen sind diese Prüfungen schon so und so ausgegangen.“ Wie beschlossen ist das Ergebnis also offen.

 
 

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