Entlaufener Luchs

Meschede.. Der entlaufene Luchs aus dem Warsteiner Wildpark wird immer zutraulicher - und erschreckt damit auch manche Menschen. Stadtförster Roland Wiese betonte aber noch einmal, dass von dem Tier keine Gefahr ausgehe.


Seinen bisher letzten großen Auftritt hatte der Luchs am Ersten Weihnachtsfeiertag am Haus Dortmund: Da schnitt er einem Ehepaar, das mit einem Labrador unterwegs war, plötzlich den Weg ab. „Auf einmal stand er vor uns und setzte sich vor uns hin“, berichtete der Spaziergänger. Zutrauerlich wie der Luchs ist, kam er dann näher und stand auf einmal Nase an Nase dem Labrador gegenüber. „Das sah erst aus, als ob er den Hund angreifen wollte, da bin ich dazwischen gegangen“, erinnerte sich der Mann.

„Treudoof“

Jedoch: Von Aggressivität keine Spur, „treudoof“ sei das ausgebüxte Tier gewesen. Allerdings auch so sehr, dass es sich nicht mal mit einem Stock zurückdrängen ließ. Das Ehepaar alarmierte die Polizei und trat langsam den Rückzug an - fast ein Kilometer trottete der Luchs im Abstand von fünf bis zehn Metern hinterher. „Da gehen einem zunächst schon die Knie und man bekommt etwas Angst. Der ist auch nicht gerade klein: Kniehoch und größer als unser Labrador“, so der Augenzeuge. Dennoch ergänzt er mit Bewunderung: „Ein wirklich wunderschönes Tier.“

Stadtförster Wiese rät, in solchen Situationen einfach weiter zu gehen und sich nicht weiter an dem Luchs zu stören: „Er ist absolut friedlich, auch wenn er etwas aufdringlich ist“. Zugleich bittet Wiese darum, direkt die Polizei anzurufen: Nur wenn es schnell geht, besteht die Chance, das gut 20 Kilogramm schwere Tier wieder einzufangen.

Neue Strategie

Der Stadtförster steht eigens mit einem Betäuber in Kontakt. Sollte das Tier nicht bis zum Jahreswechsel gefangen sein, so plant er eine neue Strategie: Der Luchs soll angefüttert und so immer wieder an eine bestimmte Stelle gelockt werden. Noch, so Wiese, gehe es dem Tier gut: „Er sieht gut aus.“ Offenbar ernähre sich das Tier u.a. aus Mülltonnen und von Mäusen. Wenn allerdings der Winter kälter wird und reichlich Schnee fällt, ist fraglich wie es mit der entlaufenen Wildkatze weitergeht: Dann findet sie möglicherweise nicht mehr genug Nahrung und das Jagen hat das Tier während der Gefangenschaft nicht richtig gelernt.

 
 

EURE FAVORITEN