Eine Riesenklappe für den Hennesee in Meschede

Am Rand des neuen Hochwasserüberlaufs: Christoph Schmehl (links), Bereichsleiter bei HST, und Hennesee-Betriebsleiter Christof Sommer.
Am Rand des neuen Hochwasserüberlaufs: Christoph Schmehl (links), Bereichsleiter bei HST, und Hennesee-Betriebsleiter Christof Sommer.
Foto: WP

Meschede.  Sogar der Name des Bauteils passt irgendwie zum Hennesee: „Fischbauchklappe“, das ist die technische Bezeichnung für die blaue, eben rundlich wie ein Fischbauch geformte Riesen-Klappe, die künftig den neuen Hochwasserüberlauf an der Staumauer verschließt.

Seit vergangenem September wird an dem Bauwerk gearbeitet, das zum Sommer hin fertig gestellt sein soll. 60 Jahre war der bisherige Überlauf alt geworden, „der hatte zuletzt seine Mucken“, sagt Betriebsleiter Christof Sommer. 30 Tonnen Baustahl und 270 Kubikmeter Beton wurden mittlerweile neu verbaut.

Jetzt hat ein Spezialkran das neue Herzstück eingefügt, die rund drei Tonnen schwere, 4,60 Meter breite und 2,40 Meter hohe Klappe. Es ist eine Maßfertigung aus nicht rostendem Stahl, die auch den Wasser- und Eisdruck aushalten wird. Die Seiten der Klappe sind beheizt, damit sie auch bei Feuchtigkeit bedienbar wäre. Geöffnet werden könnte die Klappe manuell über einen Elektrohubzylinder, der in den nächsten Wochen noch angebracht wird.

Selten gebraucht ist der Überlauf, aber er ist dennoch „absolut sicherheitsrelevant“, betont Christof Sommer. Um die 600 000 Euro muss der Ruhrverband für dieses Sicherheitsbauwerk investieren. 2007 zuletzt, da wäre beinahe das Wasser (das ja eigentlich über die Grundablässe und das Kraftwerk abfließt) über den Hochwasser-Ablauf geschwappt – zehn Zentimeter vor dem Überlauf stoppte es damals noch rechtzeitig, erinnert sich der Betriebsleiter.

Ruhr führt nicht genügend Wasser

Reden wir über das Wetter: Unten in der Stadt ist zu beobachten, dass die Henne munter und kräftig fließt – obwohl die Niederschläge der letzten Tage doch insgesamt mäßig waren. Die Erklärung dafür liegt auch oben im Hennesee.

Denn seit dem 1. April dürfte die Talsperre im Vollstau sein, also proppenvoll. Das ist sie aber nicht, weil im Winter der Schnee ausgeblieben ist. Sechs Millionen Kubikmeter Wasser fehlen aktuell, damit der See voll wäre. Drei Meter an Höhe macht das aus.

Dennoch muss die Talsperre ihren wirtschaftlichen Zweck erfüllen, die so genannte „Zuschusspflicht“: Die Ruhr mit ausreichend Wasser zu versorgen. Die Ruhr hat aber seit Anfang April nicht genügend Wasser, der See muss deshalb ablassen und den Fluss auffüllen. Durch den niedrigeren Wasserstand können aber zumindest die Bauarbeiten am Überlauf im Trockenen durchgeführt werden.

 
 

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