Ein kleines, aber starkes Zeichen für mehr Gerechtigkeit

Meschede.  Wenn Ihnen im Rathaus künftig mal ein Kaffee oder Tee angeboten werden sollte: Es wird ein fair gehandelter sein. Und wenn Sie stattdessen eher Saft bevorzugen: Auch der wird dann aus fairem Handel stammen. Das ist nicht nur ein kleines, sondern ein starkes Zeichen. Denn gestern beschloss der Stadtrat mit den Stimmen aller Fraktionen, dass sich Meschede um den Titel einer „Fair-Trade-Town“ bewerben wird – einer Stadt also, die Kleinbauern und Arbeitern in der Dritten Welt durch faire Handelsbeziehungen unterstützen und so zu einer gerechteren Welt beitragen möchte.

Forciert wurde die Idee durch die Projektgruppe „Faire Stadt Meschede“ um Pfarrer Hartmut Köllner, die sich im Rahmen der Stadtgespräche gefunden hatte. Köllner verfolgte gestern zufrieden die Entscheidung des Stadtrates vom Zuhörerraum aus. „Die Sache kann man nur unterstützen“, befand zum Beispiel SPD-Fraktionschef Reinhard Schmidt. Wie die anderen Fraktionen, so stellte sich auch Bürgermeister Uli Hess vorbehaltlos hinter die Idee des fairen Handels.

Chancen auf die Nummer 225

Dass die Stadt diesen Gedanken jetzt durch ihren Grundsatzbeschluss offiziell unterstützt, ist eine Voraussetzung, um den „Fair-Trade-Town“-Titel überhaupt zu erhalten. Dieser wird für zunächst zwei Jahre vom Verein „TransFair“ verliehen. Dahinter wiederum stecken 35 namhafte Institutionen aus den Bereichen Entwicklungshilfe, Kirche, Verbraucherschutz, Frauen, Bildung und Soziales.

In Deutschland gibt es bereits 224 „Fair-Trade-Städte“, weltweit über 1200. Eine neue Steuerungsgruppe aus Vertretern der Projektgruppe und seitens der Stadt wird nun weitere Aktivitäten vor Ort und die offizielle Bewerbung koordinieren. Meschede hat dabei die besten Chancen, Nummer 225 zu werden.

Denn die übrigen Voraussetzungen sind bereits erfüllt. So finden sich im Stadtgebiet schon 16 Geschäfte, die zertifizierte, fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment führen. Hinzu kommen fünf Gastronomiebetriebe.

Und in anderen öffentlichen Einrichtungen wird ebenfalls fair Gehandeltes verkauft – Kaffee etwa beispielsweise bei Kolping und nach den Gottesdiensten in den Kirchengemeinden Mariä Himmelfahrt und St. Walburga, die evangelische Kirchengemeinde Meschede verwendet zum Beispiel nur Blumen aus regionalem Anbau oder aus Fair-Trade-Betrieben als Schmuck in ihren Kirchen.

Appell an Mescheder Schulen

Bislang nur gelegentlich unterstützen einige Schulen das Anliegen des fairen Handels – an sie erfolgte deshalb gestern im Rat der Appell, sich als „Fair-Trade-Schule“ oder, noch weitergehender, als „Agenda-21-Schule“ zu bewerben.

 
 

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