Eigene Luftrettung fürs Sauerland geplant

Die Luftrettung Sauerland plant, einen eigenen Hubschrauber in Meschede-Schüren zu stationieren
Die Luftrettung Sauerland plant, einen eigenen Hubschrauber in Meschede-Schüren zu stationieren
Foto: Privat

Bad Fredeburg/Schüren..  Auf dem Flugplatz in Schüren soll eine eigene Luftrettung für das Sauerland entstehen. Rettungsassistenten aus Bad Fredeburg und Grafschaft haben sich zusammengeschlossen, einen Förderverein gegründet und ein ambitioniertes Vorhaben angestoßen. Das Ziel: Die medizinische Versorgung im ländlichen Raum weiter verbessern.

„Der Hubschrauber steht bereits lieferbar in den USA“, erklärt der Bad Fredeburger Markus Hennecke. „Sobald wir alle Genehmigungen haben, kaufen wir die Maschine, die dann 24 Stunden als Rettungs- und Intensivtransport-Hubschrauber in Meschede-Schüren stationiert werden soll.“

Zusammen mit Stefan Schulte, ebenfalls aus Bad Fredeburg, hatte Markus Hennecke die Idee. Die beiden Rettungsassistenten sehen die medizinische Versorgung im ländlichen Raum benachteiligt – und sie wollen nicht stillschweigend zusehen, sie wollen etwas verändern.

Hilfsfristen verkürzen

Es geht ihnen darum, der Bevölkerung des Sauerlandes ganztägig einen national vergleichbaren Zugang zur medizinischen Maximalversorgung zu ermöglichen und notärztliche Hilfsfristen auf dem Land weiter zu verkürzen. „In der Luftrettung ist gerade der nördliche Teil des Sauerlands ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wir sind in keinem 50-Kilometer-Radius“, gibt Markus Hennecke zu bedenken.

Weitere Mitstreiter haben sich die beiden Bad Fredeburger zunächst gesucht – darunter Kai Schrichten, Rettungsassistent aus Grafschaft, und Dr. Bettina Siepe, die regelmäßig als Notärztin im Rettungsdienst für den Hochsauerlandkreis arbeitet.

Als Partner hat sich die bereits gegründete „Luftrettung Sauerland gGmbH“ ein Luftfahrtunternehmen aus Dortmund mit ins Boot geholt. Die Helijet Charter GmbH stellt das Flugpersonal – der Hubschrauber ist immer mit zwei Piloten besetzt. „Alle Piloten kommen aus der zivilen und militärischen Luftfahrt und weisen eine langjährige Erfahrung im Tag- und Nachtflug vor“, so Hennecke.

Der Vorteil: Mit zwei Piloten ist nicht nur der Sichtflug, sondern auch der Instrumentenflug möglich. „Die Maschine wäre somit auch nachts und bei schlechtem Wetter einsatzbereit“, erklärt er. Genau das sei aktuell ein Problem im Sauerland. Die Verfügbarkeit eines Rettungshubschraubers in der Nacht oder bei schlechtem Wetter sei eingeschränkt – und wenn mit langen Anflugzeiten verbunden. Nur aus Münster/Osnabrück oder und Reichelsheim in Hessen seien dann Maschinen verfügbar.

„Enge zeitliche Behandlungs-Fenster, die für das Überleben und die spätere Lebensqualität von Notfallpatienten von enormer Bedeutung sind, sowie die zunehmende Zentralisierung medizinischer Spezialkliniken setzen für eine optimale Patientenversorgung jedoch ein schnelles und effektives arztgestütztes Rettungssystem voraus“, heißt es auf der Internetseite der Luftrettung Sauerland e.V.

Keine Konkurrenz

„Wir wollen keine Konkurrenz zum bodenbezogenen Rettungsdienst sein“, betont Markus Hennecke. „Es geht uns um eine sinnvolle Ergänzung.“ Weiterhin gehe es darum, Ressourcen zu schonen – bei einer Verlegungsfahrt in eine Spezialklinik zum Beispiel sei ein Notarzt zum Teil mehrere Stunden nicht in seinem Einsatzgebiet.

Da der Rettungshubschrauber neben den beiden Piloten aber auch mit einem Notarzt und einem Rettungsassistenten ausgestattet ist, könne der bodengebundene Notarzt dann im Einsatzgebiet bleiben. Die Hubschrauber-Notärzte sind Fachärzte für Anästhesiologie und Intensivmedizin und führen die Zusatzbezeichnung Notfallmedizin.

Die nächste Hürde, die die Luftrettung Sauerland nun nehmen muss, ist die Genehmigung des Innenministeriums. „Der Antrag ist raus“, sagt Markus Hennecke. Ein weiterer Schritt seien Gespräche mit den Kassenärztlichen Vereinigungen, damit die Abrechnung über die Krankenversicherungen erfolgen könne.

 

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