Die Pläne der Investoren

Bei der Führung durch die ehemalige Veramed-Klinik: Erinnerungsfotos ins Tal hinab.
Bei der Führung durch die ehemalige Veramed-Klinik: Erinnerungsfotos ins Tal hinab.
Foto: Jürgen Kortmann
Die ehemalige Veramed-Klinik bei Meschede wird nach ihrem Verkauf umgebaut. Die Investoren erhalten das traditionsreiche Gebäude und wollen es zum „Ort der Gesundheit und Vitalität“ machen.

Beringhausen.  Nein, abgerissen wird die ehemalige Veramed-Klinik in Beringhausen definitiv nicht: „Da müsste man ja für ins Gefängnis kommen, wenn man so etwas abreißt“, sagte der Vertreter der neuen Eigentümer bei einer exklusiven Führung im Rahmen der Sommerferienaktion für unsere Leser. Die Investoren, die Sanatel Grundbesitz GbR, erhalten das Gebäude: „Es wird ein Ort der Gesundheit und Vitalität bleiben.“

Namentlich möchte der Eigentümer-Vertreter selbst noch nicht an die breite Öffentlichkeit treten: „Wir wollen erst vernünftig planen. Wir treten erst an die Öffentlichkeit, wenn unsere Pläne vollkommen abgerundet sind und sich auch durchsetzen lassen.“ Derzeit läuft deshalb eine Erfassung des Bestandes für die weitere Projektentwicklung. „Wir sehen das sehr gelassen“, Zeitdruck gebe es nicht. Die Investoren stimmen sich derzeit mit den Behörden ab, erste Gespräche mit der Stadt Meschede verliefen schon sehr konstruktiv. Die Eigentümer sind so zuversichtlich, dass sie unsere Leser schon einmal zum Richtfest und zum Tag der offenen Tür eingeladen haben – und zuvor (augenzwinkernd) zum Arbeitseinsatz.

Ein ganz anderer Blickwinkel

Denn natürlich wartet ein Haufen Arbeit. Fritz Platzer aus Remblinghausen, Vertreter der ehemaligen Eigentümer, der sich in den Jahren des Leerstandes nach der Insolvenz 2009 um das Gebäude gekümmert hat, warnte die Besucher, bevor es hinein ging: „Erschrecken Sie nicht: Sie werden so etwas noch nie erlebt haben.“ Vandalen, Metalldiebe und Sprayer haben die Klinik innen verwüstet. Zuletzt waren wieder Diebe auf der Suche nach Kupfer drin. Es hilft, dass immer noch Softair-Spieler offiziell darin ihrem Hobby nachgehen dürfen – so ist wenigstens zeitweise eine Bewachung da, sie sorgen auch für kleinere Reparaturen.

Doch bei aller Verwüstung, die Eigentümer haben einen ganz anderen Blickwinkel – der richtet sich vielmehr auf den grundsätzlichen Zustand des Gebäudes: „Die Substanz können die Vandalen nicht kaputt machen.“ Und die Bausubstanz sei immer noch in einem guten Zustand, das Gebäude ist innen nicht feucht. Weil mehrere Treppenhäuser vorhanden sind, könne auch ein künftiges Brandschutzkonzept leicht erfüllt werden. Das spart schon einmal Kosten. Deshalb kann der Vertreter der neuen Eigentümer sagen: „Wir werden neuen Komfort in ein altes Gebäude bringen.“

Überall nur Sonnenlage

Und er schwärmt von diesem alten Gebäude: „Die Klinik in Beringhausen ist ein besonderes Unikat.“ Damit habe der Architekt Heino Schmieden damals, 1904, „in Europa Wellen geschlagen“ – er war der führende Krankenhaus-Experte, der auch die bekannten Beelitz-Kliniken in Brandenburg schuf. Oberhalb von Beringhausen wurde die Klinik gebogen „wie ein Parabolspiegel gespannt“, dadurch hatten alle Zimmer eine gleichwertige Sonnenlage: „Man wird hier zum Empfänger der Sonne.“ Erholung fanden einst die Bergleute in teils offenen Liegehallen: „Die Luft war das Heilmittel.“ Und dieses alte Konzept, die saubere Luft hier, die drei Grad wärmer, die es gegenüber dem Tal unten hier am Berg sind, die sollen auch künftige Erholungssuchende hierher locken.

 
 

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