Der Tag, als die Amerikaner kamen

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Vor 70 Jahren endete für die meisten Deutschen endlich der Zweite Weltkrieg. Die Amerikaner nahmen das Sauerland von Ende März bis Mitte April des Jahres 1945 ein. In Wenholthausen rückten die amerikanischen Soldaten am 10. April ein.

Wenholthausen..  Im Herbst vergangenen Jahres kamen amerikanische Original-Dokumente in die Hand von Josef Ewers vom Heimat- und Förderverein. Im „Unit Journal Headquarters 10th Infantry“ wird der Einmarsch der Truppen in einem Satz abgehandelt. Doch in dem Buch „Der Kreis Meschede unter der Feuerwalze des Zweiten Weltkriegs“ von Albert Huyskens von 1949 sind die letzten Kriegstage ausführlicher beschrieben: „Als letzter Ort im Nordteil des Kreises fiel am 10. Wenholthausen, das für den Rückzug der Wehrmacht von besonderer Bedeutung war. Bereits am 8./9. waren hier in Ruhe liegende, in den Kämpfen um Winterberg abgezogene Panzertruppen abgezogen worden.

Gasthaus abgebrannt

Den in der Nacht vom 9. zum 10. zurückflutenden Fußtruppen schloss sich auch Düsseldorfer Volkssturm an, der nach einer kaum glaubhaften Meldung hier noch einmal eingesetzt werden sollte. Wenholthausen hatte bereits am 7. nachmittags die ersten feindlichen Granaten erhalten, die mehrere Soldaten töteten … und den Hauptlehrer Hermes tödlich verwundeten, als er einem verletzten Offizier beistehen wollte. Durch einen bei dem Beschuss in Brand geratenen Tankwagen brannte auch das Gasthaus Wennetal (stand damals am heutigen Wenneparkplatz) mit großen Vorräten an Schuhen und Kleidung der Reichsbahndirektion Wuppertal und den Akten der Krankenkasse völlig nieder.

Unter Beschuss

In den Nächten vom 7. bis 9. lag der Ort unter Beschuss, während über Tag nur einzelne Granaten in das Dorf fielen. Am 10. morgens griffen Tiefflieger in die Rückzugsbewegungen ein, denen nicht nur Soldaten zum Opfer fielen, sondern bei denen auch viele Häuser beschädigt wurden. Erst gegen Mittag trat völlige Ruhe ein.

Gegen 14 Uhr rückten amerikanische Truppen, die aus der Richtung Oesterberge, Büenfeld kamen, in Wenholthausen, das von deutschen Truppen frei war, ohne Kampf ein. Am Abend sandte deutsche Artillerie noch einige Schuss auf den Ort, durch die ein Einheimischer verwundet und ein belgischer Fremdarbeiter getötet wurde.“

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