Dem Kreisdirektor geht’s an die Krawatte

Das war’s für den Schlips von Dr. Klaus Drathen.
Das war’s für den Schlips von Dr. Klaus Drathen.
Foto: WP
Karnevalshochburg wäre wohl zuviel des Lobes für Meschede. Im Kreishaus geht’s zu Altweiber aber trotzdem hoch her.

Meschede..  Die hohen Herren – und die Dame – kommen schon mit dieser Miene in die Kantine des Kreishauses, aus der das Sich-ins-Schicksal-Fügen spricht. Von der Karnevalshochburg Meschede zu sprechen, wäre vielleicht etwas hochtrabend, aber der Kreis hält die Jecken-Fahne hoch: Hunderte Mitarbeiter des Hochsauerlandkreises feiern Weiberfastnacht im obersten Stock an der Steinstraße 27.

Lianen an den Lampen, Krabbelviecher auf den Tischen – Motto: Dschungelcamp. Ist ja noch aktuell. Natürlich wird die Führungsmannschaft zur Dschungelprüfung gebeten. Landrat Dr. Karl Schneider schickt in weiser Voraussicht Kreisdirektor Dr. Klaus Drathen vor. Der ist wohl eher Karnevalist. Im Gefolge einige Fachbereichsleiter, die sich mit dem Verzehr von wenig leckeren Leckereien um den Titel des Dschungelkönigs bewerben. Der König darf die Hausmacht dann gleich an die wilden Weiber weiterreichen.

Marzipanige Maden

Sechs Kandidaten sitzen am Lagerfeuer. Mit dem Ruf „Ich bin beim Kreis, holt mich hier raus!“, könnten sie sich erlösen. Macht aber keiner. So viel Jeck muss sein. Die Organisatorinnen der Abteilungen Kämmerei und Hochbau waren gnädig, der absolute Ekel-Faktor der Speisen fehlt.

Die gekochten Maden sehen halbwegs marzipanig aus, trotzdem verzieht Thomas Schmidt vom Fachdienst Regionalentwicklung angewidert das Gesicht. Die gerösteten Mehlwürmer riechen verdächtig nach Zwiebeln. Unappetitlich wird’s eher durch die Kombination mit Lakritzschlangen.

Oh weh, ins Gesundheitsamt?

Dr. Bob gibt’s auch: Pressesprecher Martin Reuther passt auf die Gesundheit der Kandidaten auf: „Wenn Sie etwas nicht vertragen, bringen wir sie ins Gesundheitsamt.“ „Ach du Schande“, stöhnt einer.

Ulrich Bork nimmt zweimal nach, das sichert ihm den Titel. Kreisdirektor Drathen übergibt wie geplant die Haushoheit: „Ist der Herr nicht im Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen“, sagt er, auch mit Blick auf den abwesenden obersten Dienstherrn.

Männlichkeitssymbole fallen der Schere zum Opfer. Natürlich nur Krawatten.

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