Dauerhafte Perspektive für die Grundschulen

Pause in der Grundschule in Schmallenberg-Gleidorf.
Pause in der Grundschule in Schmallenberg-Gleidorf.
Foto: WP
Die beste Lösung für die Kinder - die versucht zurzeit die Stadt Schmallenberg mit Eltern und Lehrern für Gleidorf und Oberkirchen zu finden.

Gleidorf.. Die beste Lösung für die Kinder - die versucht zurzeit die Stadt Schmallenberg gemeinsam mit Eltern und Lehrern für Jungen und Mädchen zu finden, die bisher die Grundschulen Schmallenberg, Gleidorf, Oberkirchen und Westfeld besuchen. 140 Eltern und Lehrer informierten sich dazu jetzt in der Schützenhalle Gleidorf.

Die Lösung

Am Ende war Bürgermeister Bernhard Halbe erleichtert, dass die Eltern offenbar der Argumentation der Stadt gefolgt waren. Das Konzept, das zum August 2016 umgesetzt werden soll, sieht vor: Gleidorf wird Teilstandort von Schmallenberg und die Kinder aus Grafschaft wechseln von Schmallenberg nach Oberkirchen. So könne man beiden Schulstandorten eine Perspektive bieten. Verhandelt wird das Thema jetzt im Ausschuss am 18. Juni und am 25. Juni im Rat. Das freie Schulwahlrecht der Eltern bleibt.

Das Problem

Die Stadt verliert Einwohner. Trotzdem möchte die Stadt attraktiv für ihre Bürger bleiben und sie optimal versorgen. Das Ganze soll bezahlbar bleiben. Diese Grundlagen - basierend auf dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) - fasste Heiner Beste vom Amt für Stadtplanung zusammen.

Schülerzahlen

Die Zahl der Grundschüler sinkt (siehe nebenstehenden Kasten) und zwar mehr als die Stadt befürchtet hatte. „Früher sagte man 2000 bis 2500 Einwohner tragen eine Grundschule, heute sind es 3000“, sagte Bernhard Halbe. Für eine eigenständige Grundschule gibt das Land als Mindestzahl 92 Kinder vor. Grundschulen können auch als Teilstandort ohne eigene Schulleitung erhalten bleiben, dann braucht dieser Standort allerdings mindestens 46 Schüler. Oberkirchen und Gleidorf, so rechnete Elisabeth Hansknecht, Leiterin des Schulamtes, vor, wären auf Dauer nicht überlebensfähig. „Das hätte nicht die Stabilität, die wir uns wünschen.“

Gleidorf und Schmallenberg

Wird Gleidorf allerdings Teilstandort von Schmallenberg, dann passt es auch auf lange Sicht. Wobei Elisabeth Hansknecht betonte, sie rechne immer nur mit den Zahlen der bereits geborenen Kinder. Weitere Vorteile seien, dass beide Schulen nah beieinander liegen. Petra Klein, Schulleiterin des größten Schulstandorts der Stadt, könne auch den Betrieb in Gleidorf garantieren, falls es dort durch Krankheiten Ausfälle gebe. „Beide Schulen arbeiten schon bei Fortbildungen zusammen und haben ähnliche Konzepte.“

Außerdem könnten die Gleidorfer Kinder den offenen Ganztag in Schmallenberg nutzen. Schulleiterin Dorothée Krämer geht im kommenden Jahr in den Ruhestand. Bürgermeister Halbe hofft, dass sie den Wechsel noch begleiten wird.

Oberkirchen

Oberkirchen bliebe nach den neuen Plänen als eigenständige Grundschule erhalten. Das wird möglich, weil vor allem die Grafschafter Kinder nach Oberkirchen wechseln. Sie erhalten dafür ab August 2016 einen eigenen Busverkehr über die Almert. Auch Eltern, die jetzt schon ihre Kinder in Oberkirchen anmelden wollten, damit Geschwisterkinder nicht auseinandergerissen werden, könnten mit der Unterstützung von Stadt und Schulleitung rechnen, signalisierten Halbe und Oberkirchens Schulleiter Jürgen Kotthoff.

Westfeld

Westfeld allerdings, wo bisher noch das 3. und 4. Schuljahr aus Oberkirchen unterrichtet werden, wird voraussichtlich als Unterrichtsstandort wegfallen. Was nicht heißt, dass dort nicht weiter der Sportunterricht und die Betreuung stattfinden könnten. Eine Mutter bedauerte das ausdrücklich: „Westfeld wird geschwächt, wenn die Schule geschlossen wird“, sagte sie.

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