Das letzte Windrad im Raum Schmallenberg ist abgebaut

Die letzte Windkraftanlage im Stadtgebiet Schmallenberg bei Ebbinghof ist abgebaut worden.
Die letzte Windkraftanlage im Stadtgebiet Schmallenberg bei Ebbinghof ist abgebaut worden.
Foto: Privat

Ebbinghof..  Auch das letzte Windrad im Stadtgebiet Schmallenberg ist jetzt abgebaut worden. Schmallenberg ist damit zurzeit also Windrad-frei.

Wer zwischen Obringhausen und Ebbinghof unterwegs ist, sieht dort auf der Kuppe nur noch den Turm – in vier Teilen – auf der Wiese liegen. „Bis zum Abtransport kann es eventuell noch bis zum Frühjahr dauern“, erklärt Georg Muth-Köhne, der Betreiber des Windrads. Der Turm geht dann direkt auf die Reise nach Nordirland – dort erhält die Windkraftanlage aus Ebbinghof sozusagen ein zweites Leben.

Die Anlage selbst ist bereits im Werk im Hunsrück zur Generalüberholung. Sie ist nun 20 Jahre alt und muss technisch aufgerüstet werden.

Ein zweites Leben in Nordirland

Das Alter der Anlage war für Georg Muth-Köhne auch der Grund, warum er sich von ihr getrennt hat. „Nach 20 Jahren ist eine solche Anlage an der Altersgrenze.“ Die EEG-Förderung (neun Cent pro Kilowattstunde) laufe dann aus. Die Anlage aufzurüsten, um Vergütungsansprüche geltend machen zu können, hätte einen hohen finanziellen Aufwand bedeutet – zu hoch für die Ausbeute, die mit dieser Anlagengröße (40 Meter Narbenhöhe) am Standort erzielt werden kann. Eine neue Elektronik, neue Standsicherheitsnachweise und weitere Gutachten hätten unter anderem erfolgen müssen.

Anders sieht das in Nordirland aus. „Dort wird die Anlage aufgrund der Windgeschwindigkeiten vermutlich die dreifache Jahresleistung erbringen“, schätzt Muth-Köhne. In Nordirland dürften zudem keine größeren Anlagen installiert werden, weil das Stromnetz zu schwach sei. Gut erhaltene, gebrauchte Anlagen in der Größenordnung 270 KW würden deshalb für solche Länder gern erworben.

Die Anlage zu verkaufen, war folglich nicht schwierig, wie der Landwirt erklärt. Ein bisschen schwer gefallen – aus persönlicher Sicht allerdings – ist ihm das Vorhaben dann aber doch. „Ein Windkraftrad gibt man nicht so einfach ab wie ein altes Auto,“ sagt er. „Für mich ist das Thema nach wie vor eine Herzensangelegenheit.“ Vor 20 Jahren habe man schließlich Pionierarbeit geleistet.

Da die aktuellen Vorrangzonen im Stadtgebiet bei Obringhausen/Ebbinghof und Berghausen jedoch eine Höhenbegrenzung von 75 Metern haben, eignen sich diese Flächen laut Georg Muth-Köhne nicht für eine weitere Nutzung zur Erzeugung von Windenergie. Moderne Anlagen haben eine Narbenhöhe von mittlerweile mehr als 100 Metern. Und die Entwicklung schreitet schnell voran.

„Eine neue Anlage produziert in einem Jahr so viel Strom wie unsere Anlage in 20 Jahren.“ Dass sich Windkraftanlagen auch „im Ländle“ und nicht nur an den Küsten und auf See lohnen, davon ist der Landwirt aus Ebbinghof überzeugt. Auch Argumente wie die Zerstörung des Landschaftsbilds kann er mit Blick auf die geplanten Abstände nicht nachvollziehen. „An Strommasten stört sich heute auch niemand mehr.“ Und mit Blick auf das Thema Lärm sagt Muth-Köhne: „Unsere kleine Anlage war lauter als die großen heute.“

„Keine Altlasten“

Die Fläche zwischen Ebbinghof und Obringhausen, auf der die Windkraftanlage von Georg Muth-Köhne stand, wird jetzt wieder als Ackerfläche genutzt. Das Fundament der Anlage wird in diesen Tagen weggemacht. „Das ist ja der Vorteil der Windenergie“, so der Landwirt, „wir haben keine Altlasten.“

 
 

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