Das jüngste Dorf

Über den neuen Spielplatz freuen sich nicht nur Kinder, Mütter und Omas, sondern auch Ortsbeauftragter Reinhard Gödeke, Grundstücksbesitzer Josef Wiese („Schmied“) und stellv. Bürgermeister Reinhard Mester (von rechts).
Über den neuen Spielplatz freuen sich nicht nur Kinder, Mütter und Omas, sondern auch Ortsbeauftragter Reinhard Gödeke, Grundstücksbesitzer Josef Wiese („Schmied“) und stellv. Bürgermeister Reinhard Mester (von rechts).
Foto: Jürgen Kortmann
Auf 119 Einwohner kommen in Beisinghausen 25 Kinder - das ist das jüngste Dorf der Gemeinde Eslohe. Gemeinsam ist gerade ein Kinderspielplatz angelegt worden.

Beisinghausen..  Warum gibt es eigentlich in Beisinghausen so viele Kinder? Reinhard Mester, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Eslohe und selbst aus Beisinghausen, hat sich das auch schon oft gefragt. Auf 119 Einwohner kommen 25 Kinder. Beisinghausen ist ein junges Dorf – und damit so anders als andere.

Eine schlüssige Antwort hat Mester noch nicht gefunden. Es gibt offenbar viele Gründe, um in Beisinghausen zu leben. Das wird im Gespräch mit den jungen Müttern des Dorfes deutlich. „Weil hier alle so nett sind“, sagt zum Beispiel Christina Plett und verdeutlicht: „Beisinghausen bietet Lebensqualität.“

Reinhard Mester schmunzelt wie die anderen über die autobahngleiche Abfahrt, die von der B 55 nach Beisinghausen abzweigt – aber in eine Sackgasse mündet. Die ruhige, aber zentrale Lage ist ein Grund, warum sich viele junge Familien auch aus Meschede und Eslohe hier niedergelassen haben. Weil der Durchgangsverkehr fehlt, kann man die Kinder auch gefahrlos alleine losschicken. „Hier passt jeder auf jedes Kind auf, jedes Kind kennt jede Mutter“, sagt Christina Plett. Von den Lehrerinnen der Grundschule in Reiste ist Beisinghausen schon mit Bullerbü verglichen worden – der heilen Welt von Astrid Lindgren. Gibt’s ein schöneres Kompliment für ein Dorf? Die nahe Grundschule nebenan in Reiste gehört mit zu den Gründen, die für ein Haus in Beisinghausen sprechen: Die Kinder können bedenkenlos über einen Wirtschaftsweg zur Grundschule fahren. Und wenn sie älter werden: Die weiterführenden Schulen, dann wieder in Meschede oder Eslohe, sind nicht aus der Welt.

Grundstück sofort gefunden

Und die Nachbarschaft stimmt. Als der Wunsch aufkam, einen Treffpunkt für Jung und Alt im Ort zu schaffen, fragte man nach einem geeigneten Grundstück herum. „Ist doch schade, wenn man sich immer nur im eigenen Garten trifft“, meint Christina Plett lachend. Grundstücksbesitzer Josef Wiese sagte sofort zu: „Man muss doch was für die jungen Leute tun“, sagt der 71-Jährige, den im Dorf alle, wegen seines früheren Berufes, nur „Schmied“ rufen. In Eigenregie, mit Spenden und Hilfe der Gemeinde Eslohe konnte ein großzügig angelegter Spielplatz geschaffen werden. Rund 10 000 Euro wurden in den Spielplatz investiert. Der stärkt jetzt weiter den Zusammenhalt, beobachtet Reinhard Gödeke, der Ortsbeauftragte. „Wenn alle gemeinsam etwas schaffen, dann wird so ein Projekt auch ganz anders akzeptiert“, sagt Reinhard Mester. Die Dorfgemeinschaft kümmert sich jetzt auch um die Pflege und den Erhalt des Spielplatzes. Der nächste Wunsch ist überschaubar: Jetzt werden noch Spenden gesucht, um ein Sonnensegel über dem Sandkasten anzubringen. Der Dorfgemeinschaft wird auch das gelingen, da darf man sicher sein.

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