Cyber-Mobbing birgt große Gefahren

Meschede /Schmallenberg.  Heute bietet die Nutzung digitaler Medien viele Vorteile. Dank des Smartphones wissen Eltern heute oft leichter und schneller, wo sich Ihre Kinder gerade befinden. Auch der Austausch über WhatsApp-Gruppenchats erleichtert beispielsweise einem kranken Schüler das Leben, da die Mitschüler ihm schnell die wichtigsten Unterrichtsinhalte oder Hausaufgaben übermitteln können. Dass in der intensiven Nutzung von Sozialen Medien und anderen Apps auch Gefahren liegen, darüber informiert der Schmallenberger Verein „ensible“ seit 2011 mit seinem Schulungs- und Präventionsprogramm „Social Network Training – Web 2.0“.

Nicht nur der leichtfertige Umgang mit persönlichen Daten in den sozialen Netzwerken ist ein Problem: Insbesondere Cyber-Mobbing kann für Heranwachsende unerträgliche Ausmaße annehmen. Die sich häufenden Probleme im sozialen Umgang unter jungen Menschen gelangen auch immer öfter ins Bewusstsein der Lehrkräfte an Schulen in der Region: „Als Koordinator für Neue Medien an unserer Schule sehe ich immer wieder, wie leicht sich Schüler in den sozialen Netzwerken im Schutz der Anonymität zu Beleidigungen hinreißen lassen“, so Christian Wendt, Lehrer am Gymnasium der Stadt Meschede. „Deshalb ist die Schule neben dem Elternhaus gefordert, einen sorgsamen Umgang mit den Neuen Medien zu vermitteln.“ Daher kommen immer mehr Schulen auf das Angebot des Schmallenberger Vereins zurück.

7. Jahrgangsstufe geschult

In drei Intensiv-Workshops wurde in Schmallenberg und Meschede jeweils die gesamte 7. Jahrgangsstufe im Umgang mit den neuen Medien geschult. Ferner wird das Projekt von einer Informationsveranstaltung für Eltern und Lehrer und alle anderen Interessierten begleitet. Im ersten Workshop wurden die Schüler für den verantwortungsbewussten Umgang mit persönlichen Daten sensibilisiert und Regeln für ein faires Miteinander im Web aufgezeigt.

Darauf aufbauend übten sie in den folgenden Workshops einen konstruktiven und wertschätzenden Umgang miteinander in digitalen sozialen Netzwerken. Die Stärkung des Gruppengefüges in der Klasse spielt dabei eine zentrale Rolle. „Die Schüler für das Thema Mobbing im Internet zu sensibilisieren und Möglichkeiten zur Zivilcourage aufzuzeigen, das sind zwei der Stärken des Projekts Social Network Training“, so Berthold Zeppenfeld, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Schmallenberg. „Und die Einbindung der Eltern durch die Informations-Veranstaltung trägt zusätzlich zur Nachhaltigkeit der Maßnahme bei.“

Für das Projekt bekommt „ensible“ Zuspruch von vielen Seiten, allein die Elternabende waren nach Angaben des Vereins in diesem Jahr so gut besucht wie noch nie.

„Diese Veranstaltung kann ich jedem nur herzlich empfehlen“, so ein Vater. „Es wäre schön, wenn dieses Projekt auch den Kindern an anderen Schulen zugute kommen könnte.“