Bürgermeister führt direkt Gespräch mit Krankenhaus-Träger

Gedankenaustausch: Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, Bürgermeister Christoph Weber und Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Arnsberg.
Gedankenaustausch: Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, Bürgermeister Christoph Weber und Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Arnsberg.
Foto: Alexianer Misericordia
  • Kommunalpolitiker fordern: Keine Kreisstadt ohne Kreißsaal
  • Weiteres Gespräch geplant - Politik will ihr Vorgehen danach abstimmen
  • Auch online werden jetzt Stimmen für den Erhalt gesammelt

Meschede..  Keine Kreisstadt ohne Kreißsaal – die Mescheder Kommunalpolitiker schließen sich dieser Forderung an. Das ging ganz rasch. Vertreter der Fraktionen im Stadtrat waren am Dienstagabend mit Bürgermeister Christoph Weber im Mescheder Rathaus zur Krisensitzung zusammengekommen, um über die Schließungspläne für die Geburtshilfe und Gynäkologie am St.-Walburga-Krankenhaus zu sprechen. Der Arbeitsauftrag für den Bürgermeister: Schnell um ein Gespräch mit den Krankenhausträgern bitten.

Weber rief gestern Morgen in Münster an, machte kurzfristig einen Termin mit den Alexianern als Träger des Mescheder Krankenhauses aus – er fuhr danach direkt durch nach Münster: „Ich habe die Stimmung aus der Stadt mitgebracht“, sagte er nachher. Jetzt wird es kurzfristig einen weiteren Gesprächstermin zwischen Kommunalpolitik und Krankenhausträgern geben. Davon abhängig will die Politik danach ihr weiteres Vorgehen abstimmen – dann müssten möglicherweise Gespräche auf Landes- oder Bundesebene folgen.

Tausch gegen die Urologie

In Münster traf Weber auf Hartmut Hagmann, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Misericordia GmbH, und Werner Kemper, Sprecher der Geschäftsführung im Klinikum Arnsberg - dessen Einrichtung will bekanntlich im Tausch die Urologie nach Meschede abgeben. Konkrete Ergebnisse erbrachte die Unterredung nicht. In dem Gespräch legten die Teilnehmer nach Angaben der Stadt ihre jeweiligen Überlegungen dar - auch vor dem Hintergrund der Gesundheitspolitik in Nordrhein-Westfalen und den daraus resultierenden Anforderungen an Krankenhäuser. Bürgermeister Weber dankte den beiden Verantwortlichen der Krankenhaus-Träger für die Bereitschaft zu diesem kurzfristig abgestimmten Treffen. Sowohl Hartmut Hagmann wie auch Werner Kemper erklärten, für Gespräche zur Verfügung zu stehen. Sie wollten so zur Transparenz in der Diskussion um die Gesundheitsversorgung in der Region beitragen.

Unterschriften werden gesammelt

Unterdessen werden in Meschede nicht nur weiter Unterschriften in Geschäften gesammelt. Auch im Internet gibt es jetzt eine Petition, die sich für den Erhalt der Abteilungen ausspricht. Dort können online Stimmen abgegeben werden. Befürchtet wird eine schlechtere Versorgung von Schwangeren. Auch Frauen die beispielsweise an Brustkrebs leiden, könnten nicht mehr von der Zusammenarbeit von Onkologie und Gynäkologie im gleichen Haus profitieren. Außerdem besteht Sorge um den Erhalt der Arbeitsplätze: „Zwar wird dieses im Moment zugesichert, jedoch wurde vor einigen Wochen ebenfalls zugesichert, dass eine Schließung der Station nicht geplant sei.“

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