Bürger in Schmallenberg wollen mit Demo Zeichen gegen Rechts setzen

Der jüdische Friedhof in Schmallenberg ist verwüstet worden. Grabsteine wurden umgeworfen und sind zum Teil zerbrochen.
Der jüdische Friedhof in Schmallenberg ist verwüstet worden. Grabsteine wurden umgeworfen und sind zum Teil zerbrochen.
Foto: WP
Anfang August war der jüdische Friedhof in Schmallenberg Ziel sinnloser Zerstörungswut. Zahlreiche Grabsteine wurden umgestoßen, einige sogar demoliert. Dieser Vorfall war für die BFS (Bürger für Schmallenberg) der Grund, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Sie planen für Mittwoch, 19. September, in Schmallenberg eine Demo.

Schmallenberg.. Zwar ist bislang noch nicht geklärt, ob es sich bei den Vandalen auf dem jüdischen Friedhof um Täter aus der rechten Szene handelt – für Franz-Josef Pape und Franz-Josef Klauke von der BFS ist aber klar, dass es sich um eine gezielte Tat auf den jüdischen Friedhof handelt. Auf Nachfrage von WAZ-Online beim Staatsschutz in Dortmund, erklärte Pressesprecher Kim Freigang: „Die Ermittlung dauern an.“

Unabhängig davon ist die BFS der Meinung, dass es mal wieder an der Zeit sei, dass sich die Schmallenberger an ihre Geschichte erinnern. „Früher haben in Schmallenberg regelmäßig Gedenktage stattgefunden“, erklärt Franz-Josef Pape. „Jetzt passiert gar nichts mehr. Es ist an der Zeit, deutlich zu machen, dass rechtsradikale Leute in Schmallenberg nichts zu suchen haben.“

Die BFS ruft zu einer Demonstration gegen Rechts auf. Los geht es am Mittwoch, 19. September, um 20 Uhr auf dem Schützenplatz in Schmallenberg. Dann soll eine Lichterkette mit Menschen entlang der neu verlegten Stolpersteine zur Gedenkstätte in der Synagogenstraße gehen. „Schön wäre es, wenn so viele kommen, dass wir eine echte Kette entlang Ost- und Weststraße bilden können“, sagt Franz-Josef Pape. Am Denkmal selbst werde Ortsheimatpfleger Helmut Voß einen kurzen Vortrag zur Geschichte der Schmallenberger Juden halten. Alle Bürger und Gäste sind eingeladen. Im Anschluss findet im Lichtwerk ein Konzert „Rock gegen Rechts“ statt. „Welche Bands spielen werden, kann ich noch nicht genau sagen, da wir mitten in der Planung stecken“, erzählt Thomas Bette vom Lichtwerk. „Dass wir da mitmachen, war für uns sofort klar. Das war mir schon lange ein Anliegen.“

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