Blonde Frau im Bikini ruft Deutschen Werberat auf den Plan

So ähnlich wie bei dieser Werbung hier wurde die Dame auf dem Plakat zur Party in Arpe präsentiert - hier hatte jemand Sexismus mit Farbe aufgesprüht.
So ähnlich wie bei dieser Werbung hier wurde die Dame auf dem Plakat zur Party in Arpe präsentiert - hier hatte jemand Sexismus mit Farbe aufgesprüht.
Foto: Wolfram Steinberg
Eine hübsche blonde Frau räkelt sich lasziv an einem Dreizack. Sie trägt einen knappen Bikini, hat Teufelshörner und streckt die Zunge heraus. Mit diesem Plakat hatte ein Sportverein in Schmallenberg-Arpe für seine Walpurgisparty geworben - und sich so Ärger mit dem Deutschen Werberat eingehandelt.

Schmallenberg-Arpe. Die hübsche blonde Frau im knappen Bikini räkelt sich an einem Dreizack. Sie hat Teufelshörner aufgesetzt und streckt die Zunge heraus. Mit diesem Plakat hatte der Arper Sportverein im September für seine Walpurgisparty in der Schützenhalle Arpe geworben – und sich damit Ärger mit dem Deutschen Werberat eingehandelt.

Der Bad Fredeburger Roland Klose war es, der sich so sehr über dieses Motiv geärgert hatte, dass er sie beim Deutschen Werberat meldete. „Ich kann es nicht verstehen, wie sie es zulassen konnten, dass eine Anzeige erscheint, die eine Frau mit herausgestreckter Zunge im Bikini, mit Teufelshörnern und mit dem Dreizack zeigt, was eine so genannte Teufelsbuhlschaft beweisen soll“, schreibt Roland Klose. Und weiter: „Kommentiert wird dieses sexistisch und dämonisch anmutende Bild auch noch mit folgendem geschmacklosen Text und Untertitel: ,Walpurgisparty Arpe - Die Nacht, in der die wahren Hexen verbrannt werden’.“

„Sexuelle Beziehung mit Satan“

Klose, der Leserbriefe in Serie schreibt und auch auf der Internetseite Bürgerredaktion.de veröffentlicht, ist der Meinung: „Diese Anzeige verhöhnt in meinen Augen die Opfer der Hexenverbrennungen nachhaltig und vergleicht die Frauen immer noch mit Hexen, die eine intime, sexuelle Beziehung mit Satan haben.“ Und er spitzt es noch zu: „Das ist für mich genauso schlimm und geschmacklos, als wenn folgendes in dieser Anzeige gestanden hätte: ,Kristallnachtparty Arpe - Die Nacht, in der die wahren Juden vergast werden.’“ Für den Arper Sportverein, der mit der Walpurgisparty lediglich die Vereinskasse aufbessern wollte, kam die Rüge des Deutschen Werberats aus heiterem Himmel. „Herr Klose hat nicht einmal versucht, Kontakt mit uns aufzunehmen“, ärgert sich Marco Pieper von Schwarz-Weiß Arpe.

In einem ausführlichen Telefongespräch mit dem Deutschen Werberat habe man klarstellen können, dass die Walpurgisnacht lediglich als Partymotto – ohne historischen Bezug und ohne böse Absicht – gedacht war. „Wir haben jahrelang die Beachparty in Arpe veranstaltet und jetzt nach einem neuen Motto gesucht“, erklärt Marco Pieper. Mit dem Plakat habe man natürlich schon provozieren wollen, um Aufmerksamkeit für die Party zu erregen.

Discothek und Erotikmesse

Das Plakat sei laut Werberat grenzwertig, wie Marco Pieper aus dem Telefongespräch berichtet. Allerdings: Dann dürfe auch keine Erotikmesse und keine Diskothek mehr ähnliche Werbung machen, auch das habe der Deutsche Werberat in dem Telefonat eingestanden, sagt Pieper.

Auf Nachfrage unserer Zeitung an Roland Klose, warum er sich direkt an den Deutschen Werberat gewandt und nicht zunächst das Gespräch mit dem Veranstalter der Walpurgisparty gesucht hat, antwortet er: „Dafür habe ich keinen Grund gesehen. Da nicht nur auf Plakaten und in Anzeigen, sondern auch auf der Internetseite mit dieser Darstellung geworben wurde, bin ich davon ausgegangen, dass der Verein hinter dieser Werbeaktion steht.“

Vergleich mit der Reichspogromnacht

Für den Arper Sportverein hat die Rüge des Werberats keine weiteren Konsequenzen. „Da der Deutsche Werberat entsprechend seiner Verfahrensordnung eine Beschwerde über eine Werbemaßnahme nicht weiter verfolgt, wenn das werbungtreibende Unternehmen sich bereit erklärt hat, die Werbung zu ändern oder nicht mehr zu schalten, sehen wir die Angelegenheit als erledigt an“, heißt es in dem Schreiben des Deutschen Werberats.

Der Vergleich mit der Reichspogromnacht ist es schließlich, der den Arper Sportverein wirklich wütend macht. „Wir wollen nicht in eine braune Ecke getrieben werden“, stellt Pieper klar. „Der Fall liegt bei unserem Anwalt. Wir prüfen jetzt, welche rechtlichen Schritte wir einleiten.“

 
 

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