„Beste Freundin“ um 130 000 Euro betrogen

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Sie waren beste Freundinnen. Doch die eine ist eine notorische Betrügerin. Um 130 000 Euro betrog die heute 48-jährige Meschederin ihre Freundin aus Bestwig, die gerade ihren Mann verloren hatte.

Bestwig.  Im Amtsgericht Meschede ist sie jetzt zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Angesichts ihrer Vorstrafen wird sie das Gefängnis für die nächsten fünf Jahre nicht verlassen.

Vor Gericht wurde die Angeklagte aus der Haft vorgeführt. Nicht wegen des aktuellen Falls, aber wegen weiterer fortgesetzter Betrügereien sitzt sie zurzeit in der Haftanstalt Bielefeld.

Der aktuelle Vorwurf: Zwischen Juli 2012 und Februar 2013 soll sie sich Geld von ihrer Freundin geliehen haben, obwohl ihr klar war, dass sie die Summen nicht zurückzahlen kann und will, denn 2011 und noch einmal 2013 hatte sie bereits eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben und damit ihre Zahlungsunfähigkeit bekannt.

Über die Kinder kennengelernt

Die beiden Frauen hatten sich über die Kinder kennengelernt. Die Freundin leidet sehr unter dem Betrug. Um ihr die Aussage zu ersparen, legte die Meschederin ein kurzes Geständnis ab. „Da gibt es nichts zu beschönigen“, sagte ihr Anwalt Dr. Lutz Klose aus Bielefeld.

Nur ihren Familienstand, Mutter von drei Kindern, und ihr Alter nannte die Angeklagte. Sie sei die letzten Jahre selbstständig gewesen.

Nachgehakt

Richterin Christina Spenner hakte nach. Sie wollte verstehen, warum die Angeklagte ihre Freundin so hintergangen hatte, warum sie solch hohe Summen erhielt: „20 000 Euro - das ist doch nichts, was man sich unter Freunden mal eben so leiht.“ Doch eine vernünftige Antwort darauf gab es nicht. „Man hat es meiner Mandantin leicht gemacht“, so der Anwalt.

Der Mann der Freundin war kurz zuvor gestorben. 300 000 Euro waren aus dem Nachlass vorhanden. Die Meschederin gaukelte ihrer Freundin vor, dass sie in Kürze wieder Geld erwarte, aus ihrem Sex-Studio, in das sie weiter investieren wolle, aus Rückzahlungen von Krankenkassen. Alles erlogen.

Vor Gericht sagte die schlanke Frau mit den blonden Strähnchen und den dunkel umrahmten Augen wenig. Ihr Anwalt sprach und sagte unter anderem, dass es besser gewesen wäre, „wenn sie zur Abschreckung schon mal früher eine Gefängnisstrafe erhalten hätte.“

Für die Angeklagte sprach ihr umfassendes Geständnis - gegen sie die einschlägigen Vorstrafen. Von acht Eintragungen waren sechs wegen Betrugs.

Staatsanwalt Thomas Poggel hatte zwei Jahre und sechs Monate gefordert, die Richterin ging mit dem Urteil von drei Jahren noch darüber hinaus.

 
 

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