„Berens-Totenohl hat Straßennamen verdient“

Josefa Berens-Totenohl-Weg sollte auch weiterhin an die Dichterin und Malerin erinnern

Dass sich der Rat der Gemeinde Eslohe 70 Jahre nach Kriegsende mit einer Straßennamensänderung zur Erinnerung an die Heimatdichterin und Trägerin des Westfälischen Literaturpreises Josefa Berens-Totenohl befasst, muss man unter der Kategorie „Lächerlich“ ablegen.

In den Entnazifizierungsakten steht u.a.: Sie ist nicht die Aktivistin im üblichen, politischen Sinne gewesen und wurde nach Kategorie IV (nach Brockhaus) als Mitläuferin eingestuft. Auch in dem 1989 erschienenen Buch von dem Mescheder Journalischen Ulrich Hillebrand, leider verstorben am 29. Februar 1988, mit dem Titel: „Das Sauerland unterm Hakenkreuz“ sind keine Hinweise auf eine aktive Mitarbeit in der Partei zu finden, obschon Uli Hillebrand über Partei, Verwaltung und Propaganda im Kreis Meschede sehr ausführlich recherchiert hat. Dass die Stadt Lennestadt den 100. Geburtstag von J.B.T. ignoriert hat und sich an dem Thema nicht die Finger verbrennen wollte (so berichtetet die Presse) war also bekannt. Trotzdem wurde in ihrem Geburtshaus in einer Feierstunde eine Gedenktafel enthüllt. Der Freundeskreis hatte auch den damaligen Bürgermeister von Meschede Franz Stahlmecke eingeladen.

Es gäbe noch einiges über das facettenreiche Leben zu berichten, über die positiven Seiten, Erzählungen, Gedichte, Balladen und Gebete, die Sie uns hinterlassen hat und als Dank kann man dann auch eine Straße nach Ihr benennen - und so war es auch gewollt.

Eigentlich sollte man erfreut sein, wenn aus der Heimat Persönlichkeiten aus Kultur, Kirche, Wirtschaft, Politik oder Sport hervorgegangen sind.

Die Velmeder sind stolz auf Kardinal Dr. Franz Hengsbach, die Eversberger auf Dr. August Pieper, die Mescheder auf Fritz Honsel, der in Bronze gegossen mit einer Gießpfanne in der Hand am Ruhrufer aufgestellt ist usw., usw.

Es ist eigentlich schade, dass sich ein Teil der heutigen Generation nicht mehr mit ihrer Heimat identifiziert, die wissen nur wie das Wort „Heimat“ geschrieben wird.

Diesen Mitbürgern ist es auch egal, ob eine Straße den Namen Josefa-Berens-Weg behält oder zukünftig Gregor-Gysi-Straße heißt.

Ich persönlich erinnere mich gerne an das Schulfach „Heimatkunde“, wo wir in dem Arbeits- und Lesebogen Geschichten und Gedichte aus dem Sauerland gelesen haben und auswendig lernen mussten, u.a. von Josefa Berens-Totenohl, Christine Koch, Friedrich Wilhelm Grimme (nach der auch meine Straße benannt wurde); Maria Kahle, Ferdinand Tönne (aus Bestwig, in Velmede geboren), Jost-Hennecke und weitere. Alle diese Kulturträger aus dem Sauerland haben es verdient, das man auch mit Straßennamen an sie erinnert.

 
 

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