Bahn startet "Mobilitätsstation" in Meschede

Stellten die Mobilitätsangebote vor: Von links Andree Bach (Bahn), Robert Hobik (Segway-Touren), Landrat Dr. Karl Schneider, Bürgermeister Uli Hess, Vera Lindenbauer (Bahn), Christina Henke (Stadtmarketing), Michael Hahn (Bahn).
Stellten die Mobilitätsangebote vor: Von links Andree Bach (Bahn), Robert Hobik (Segway-Touren), Landrat Dr. Karl Schneider, Bürgermeister Uli Hess, Vera Lindenbauer (Bahn), Christina Henke (Stadtmarketing), Michael Hahn (Bahn).
Foto: WP
Meschede ist Vorreiter für den ländlichen Raum in NRW. Mit ihrer „Mobilitätsstation“ erprobt die Deutsche Bahn hier die Verknüpfung verschiedener Angebote neben Bus und Bahn kommen Car-Sharing, Pedelecs und Segways zum Einsatz.

Meschede. Ab diesem Dienstag ist Meschede Vorreiter für den ländlichen Raum in NRW. Die Deutsche Bahn testet hier mit ihrer neuen „Mobilitätsstation“ eine Verknüpfung verschiedener Angebote – neben Bus und Bahn kommen Car-Sharing, „Pedelecs“ (also Fahrräder mit elektrischer Unterstützung) und „Segways“ (zwei Räder, Standfläche und Lenksäule) zum Einsatz. Was in Großstädten funktioniert, will die Bahn auch auf dem Land probieren.

Modellversuch in Meschede

Die Bahn, so Michael Hahn, Vorstand der DB Bahn Regio, suche nach neuen Antworten, um die Mobilität auch in ländlichen Regionen zu erhalten: „Wir wollen die Mobilität auf eine viel breitere Basis stellen.“ Dabei sei Kreativität gefragt. Meschede wurde ausgesucht, weil Bahnhof, Busbahnhof und Kundencenter hier ohnehin eine Einheit bilden. Sechs Pedelecs werden hier schon vermietet. Jetzt kommen zwei Pkw hinzu, die im Rahmen des Car-Sharings gemietet werden können. „Und dann fängt man ein bisschen an zu spinnen“, sagt Vera Lindenbauer, Marktbereichsleiterin Westfalen: Segways seien „schick und ein wenig exotisch“, deshalb wurden sie für Meschede als weiteres Angebot mit ausgewählt. Ab März 2015 werden regelmäßig im Monat geführte Segway-Touren angeboten – das ist eine Bereicherung des touristischen Angebotes, über die sich auch das Mescheder Stadtmarketing freut. „Das ist der absolute Bringer“, begeistert sich Bürgermeister Uli Hess.

Verschiedene Wege ausprobieren

Die Bahn will Erfahrungen sammeln, was geht – und was nicht. In Meschede ist der Test erst einmal auf ein Jahr befristet. Mit 70 000 Euro fördert der Zweckverband Ruhr-Lippe das Projekt. Die Bahn steht vor dem Spagat, angesichts des demografischen Wandels hohe Erwartungen der Menschen an die Mobilität und die schwierigen Finanzen unter einen Hut zu bekommen. „Wir müssen verschiedene Wege gehen und ausprobieren. Es gibt nicht die Lösung für die Mobilität, es wird modular sein“, so Andree Bach, Regionalleiter der DB Regio Bus. Deshalb müssten Bürgerbusse deutlicher integriert werden. In Südbaden testet die Bahn ein Mobilitätsportal, in das private Mitfahrgelegenheiten aufgenommen werden: Wer ist bereit, jemanden morgens mit zum Bahnhof zu nehmen? Bahnvorstand Michael Hahn hatte dieses Problem gestern: Mit der Bahn problemlos über Frankfurt, Kassel nach Meschede – aber zuvor von seinem Dorf aus bei Wiesbaden musste er erst einmal per Auto seinen Bahnhof erreichen.

Landrat Dr. Karl Schneider meinte: „Ich bin für jede Initiative dankbar.“ Er gab den Bahn-Vertretern mit auf den Rückweg: Die Obere Ruhrtalbahn zweigleisig zu lassen und deren Tunnel zu sanieren – „sonst ist die Mobilität auf der Hauptstrecke reduziert.“

 
 

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