Bad Fredeburg als Hochburg der Blasmusik

Bläserworkshop im Musikbildungszentrum Bad Fredeburg.
Bläserworkshop im Musikbildungszentrum Bad Fredeburg.
Foto: Privat
Die Sauerländer Bläsertage haben Musiker aus dem gesamten Kreisgebiet ins Bad Fredeburger Musikbildungszentrum gelockt. Im Interview mit dieser Zeitung spricht Ernst-Willi Schulte, der stellvertretende Kreisdirigent über die Zukunft des Musikbildungszentrums und erklärt, warum er keine Nachwuchssorgen hat.

Bad Fredeburg.. Frage: Wie beliebt ist Blasmusik im Sauerland im Vergleich zu anderen Regionen, zum Beispiel dem Ruhrgebiet?

Ernst-Willi Schulte: Im Ruhrgebiet ist Blasmusik so gut wie gar nicht vertreten, während sie im Münsterland wiederum sehr präsent ist. Die Hochburg in Nordrhein-Westfalen ist jedoch eindeutig das Sauerland. Dies ist teils historisch, teils auch durch die traditionellen Schützenfeste bedingt, da die Blasorchester dort immer sehr gefragt sind.

Hat Blasmusik mittlerweile auch ein modernes, junges Gesicht bekommen?

Ja, die Blasmusik hat eine ganz andere Klangfarbe bekommen. Das sieht man auch daran, dass viele junge Leute hier an den Workshops teilnehmen, die auf das Thema Polka und so weiter wenig Wert legen. Sie wollen interessante Kompositionen, Pop-Musik aber auch sehr anspruchsvolle Stücke spielen.

Denken Sie, dass es in Zukunft zum Problem wird, Nachwuchs zu finden?

Vielleicht in einzelnen, kleineren Orten, doch im gesamten Kreis können wir uns derzeit nicht über Nachwuchssorgen beklagen. An den nächsten Wochenenden finden in Brilon, Arnsberg und Hallenberg Fortbildungslehrgänge für Jungmusiker statt. Von rund 75 Blasorchestern nehmen 180 Musiker am ersten Lehrgang der Basisausbildung teil. Das ist schon enorm.

Begeistern sich Kinder noch für Blasmusik und wenn ja, gibt es Lieblingsinstrumente?

Ja und das wird auch durch die zahlreichen Bläserklassen unterstützt, mit denen an vielen Schulen gearbeitet wird. Ich selbst leite seit leite seit 17 Jahren Bläserklassen in Grundschulen. Lieblingsinstrumente sind dort die Flöte, das Saxofon und die Klarinette. Bei Trompeten wird es schon weniger. Man muss die Kinder aber auch für andere Instrumente begeistern. Das ist wie bei einer Fußballmannschaft. Es können nicht alle im Tor stehen oder im Sturm. Es muss auch Mittelfeldspieler geben und so ist das auch in einem Orchester. Alle Plätze und Instrumente müssen wenn möglich vertreten sein.

Sie üben mit ihren Musikern nun zum ersten Mal im Musikbildungszentrum. Können Sie bereits Unterschiede oder sogar Vorteile im Vergleich zum früheren Gebäude feststellen?

Akustisch ist es natürlich etwas völlig anderes. Es werden uns auch ganz neue Raummöglichkeiten geboten, die wir an diesem Wochenende bereits zum Proben erfolgreich nutzen konnten.

Denken Sie, dass durch das Musikbildungszentrum mehr Musikinteressierte den Weg in den HSK finden werden?

Ich hoffe es. Es ist eine Frage der Angebote, die das Haus macht. Leider wird es so sein, dass es nach wie vor eher am Wochenende sehr stark besucht wird. Aber vielleicht nutzt das Bildungszentrum auch die Möglichkeit mit den Schulen zu kooperieren, um Musikfreizeiten möglich zu machen. Die Organisatoren hier im Haus werden auf jeden Fall entsprechende Wege einschlagen müssen, damit die Räume auf Dauer ausgelastet sind.

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